Frau Macht Medien

DJV Fachtagung 6. bis 7. März 2010

Am 6./7. März fand in Köln die Fachtagung "Frauen Macht Medien" des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit statt. Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Resolution des Journalistinnentags

Mit Unverständnis und Empörung haben wir Frauen im Journalismus zur Kenntnis nehmen müssen, dass laut EU-Kommission berufstätige Frauen in Deutschland nach wie vor 23 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Europaweit liegt Deutschland damit an fünft letzter Stelle.

 

Das zeigt überdeutlich: Auch vier Jahrzehnte nach Beginn der Zweiten Frauenbewegung ist in Deutschland immer noch nicht die vollwertige Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Männern und Frauen erreicht worden. Das gilt auch für den Journalismus und ist dort umso kritikwürdiger, als mehr als die Hälfte der Berufsanfänger im Journalismus Frauen sind. Journalistinnen sind

 

-         in manchen Ressorts der Medien immer noch stark unterrepräsentiert, so etwa in der Politik und in der Wirtschaft,

-         vom beruflichen Aufstieg vielfach ausgeschlossen, wenn sie nach Schwangerschaft und Mutterschutz wieder in die Redaktion zurückkehren,

-         in den Chefetagen der Medienunternehmen, vor allem der Presse, in der verschwindend kleinen Minderheit

-         vor allem als Freie wirtschaftlich deutlich schlechter gestellt.

 

Das ist die alltägliche Diskriminierung, die wir als Medienfrauen immer wieder aufs Neue erfahren müssen. Es reicht!

 

Wir Journalistinnen im Deutschen Journalisten-Verband fordern daher die Verleger, Intendanten und Geschäftsführer von Medienunternehmen auf, unverzüglich gleiche Bezahlung, gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Karrieremöglichkeiten in den Redaktionen und im Umgang mit Freien zu schaffen.

 

Alles andere ist unwürdig für ein Mediensystem, das der Wahrung der demokratischen Grundsätze verpflichtet ist und sich selbst als Wächter im demokratischen Gemeinwesen sieht und versteht.

 

Wir Journalistinnen im Deutschen Journalisten-Verband unterstützen deshalb entschieden die Frauencharta der EU-Kommission, die unter anderem ein Ende der beruflichen Benachteiligungen für alle Frauen in Europa verlangt.