Dokumentation der DJV-Fachtagung 24 Stunden Zukunft

Am 8. und 9. Oktober 2011 fand im Hamburger NDR-Konferenzzentrum die DJV-Fachtagung „24 Stunden Zukunft“ für junge Journalistinnen und Journalisten bis 35 Jahre statt. Unter dem Motto „Gekommen, um zu bleiben“ bot die Tagung sowohl Service als auch Information: Im NDR-Konferenzzentrum drehte sich alles um die aktuelle Lage im Journalismus und die Perspektiven des journalistischen Nachwuchses. Nach der Eröffnung durch die Hamburger DJV-Landesvorsitzende Marina Friedt und Ariane Funke, die Vorsitzende des DJV-Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten legte die investigative Reporterin Souad Mekhennet, die für das ZDF und die New York Times arbeitet, einen furiosen Auftakt hin. Sie berichtete anschaulich und unaufgeregt aus ihrer gefährlichen Praxis. Steffen Burkhart hielt einen Vortrag über digitalen Journalismus und Social Media. Der Forscher und Berater vom International Media Center in Hamburg ist von der großen Bedeutung der aktuellen Entwicklungen überzeugt. Er sagte, dass es Soziale Medien zwar schon immer gab, aber Verlage und Sender heute eine neue Haltung brauchen. Dazu genügen nicht nur Social Media Editors, man benötige Journalisten mit Rückgrat. Christian Pfaffinger hat mit dem Kommunikationswissenschaftler gesprochen.


Anschließend standen den Teilnehmern fünf Workshops zur Verfügung. Deren Themenspektrum reichte vom Medienrecht (Referent: Stefan Endter/ Geschäftsführer DJV-Landesverband Hamburg) über Strategien für die Selbstvermarktung (Referentin: Cordula Nussbaum/ freie Journalistin und Trainerin) bis hin zum Erstellen von Podcasts (Referentin: Mechthild Mäsker/ Studioleiterin NDR-Studio Lübeck), Multimedia-Journalismus (Referent: Gregor Mayer/ Online-Redakteur) sowie Video-Journalismus (Referenten: Thomas Röhr, Jörg Wenzel/ Journalistenbüro röhr:wenzel, Wolfgang Kosiek/ freier Video-Journalist). Ein buntes Abendprogramm rundete den ersten Veranstaltungstag ab.


DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken sprach am Morgen des zweiten Tages zur Zukunft des Journalismus. Der freie Journalist Richard Gutjahr gab in einem Impulsreferat den jungen Journalisten "7 ultimative Tipps" mit auf den Weg, damit sie auch morgen noch einen Job haben. Im Gespräch mit der Journalistin Regina Raedler erläutert er, warum man breit aufgestellt sein sollte. Er berichtet, warum er während der arabischen Revolution auf eigene Rechnung nach Ägypten gereist ist, um live zu bloggen und zu twittern. "Mit Synergien in den Untergang?" fragte anschließend eine Podiumsdiskussion. Auf dem Podium saßen Uwe Vorkötter (Chefredakteur Berliner Zeitung), Gerd Roth (dpa-Redakteur und Leiter Weiterbildung), Ilka Steinhausen (NDR Reporterpool, Redakteurin), Michael Praetorius (NOEO GmbH, Geschäftsführer) sowie Richard Gutjahr. Diskutiert wurde dabei über Zusammenschlüsse der Medienhäuser, Reportertools sowie multimediale Arbeitsweisen, moderiert wurde die Veranstaltung von Pauline Tillmann. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es für rund 20 Personen eine Führung durch den Bereich ARD aktuell. Das Fazit von "24 Stunden Zukunft": Trotz Stellenmangel und Konkurrenzkampf unter Freien – der Journalismus braucht die Jungen.

 

Hier geht es zum Programm von "24 Stunden Zukunft".