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Ein klares Ja zum Fotojournalismus, zum DJV-Bildportal und zur Technik: Ein Interview über den Bildermarkt mit Dieter Klar (archivklar.de)

21.11.2007

Das nachfolgende Interview über den Bildermarkt, den Beruf als Fotojournalisten, das DJV-Bildportal und die beruflich erforderliche Technik wurde per E-Mail geführt.


Redaktion: Herr Klar, wo liegt ihr Schwerpunkt als Fotojournalist?




Klar: Unsere Schwerpunkte liegen in der People-Fotografie, politische und geografische Reportagen.

 

Redaktion: Arbeiten Sie allein oder mit Partnern zusammen?


Klar: Großvater Willi Klar, 1994 verstorben, Vater Dieter Klar, Sohn Reto Klar und ein technischer Glücksfall, ein Freund, Albrecht Ropers.

 


Redaktion: Welche Bilder verkaufen sich heute?


Klar: Im DJV-Archiv nach zwei Monaten: 1. Promi-Fotos, 2. Fotos, die gut sind und die gefunden werden.

Redaktion: Sind die Bildredaktionen beim Bildmaterial anspruchsloser geworden – oder im Gegenteil: wachsen die Qualitätsansprüche?


Klar: Ich glaube, der Leser von Zeitungen und Magazinen ist nicht mehr so anspruchsvoll. Durch das Fernsehen und das Internet werden die Leute mit Bildinformationen überschüttet und die Dino-Bildredakteure von früher sind überwiegend ausgestorben.

 

 

 

Redaktion: Überall sprießen vorwiegend internetbasierte  Bildanbieter, die Fotos zu Niedrigpreisen anbieten, die so genannten Microstock-Agenturen. Können Anbieter aus dem traditionellen Bildgeschäft hier überhaupt mithalten?

 

Klar: Ja, mit Qualität.


Redaktion: Welche Vertriebswege und Systeme haben Sie bisher genutzt bzw. nutzen Sie auch weiterhin?


Klar: Agenturen.

 

Redaktion: Seit rund zwei Monaten sind Sie auch Anbieter im DJV-Bildportal. Warum?

 

Klar: Das DJV-Portal bietet zu einem fairen Preis eine gute Basis für einen internetbasierten Betrieb.

 

Redaktion: Wie sind Ihre Erfahrungen bzw. ersten Eindrücke, was den Umsatz angeht?


Klar: Wir sind zufrieden. Die Resonanz, sprich High-Res-Downloads, ist gut, Preview überwältigend und auch finanziell sieht es gut aus.



Redaktion: Worin liegen aus Ihrer Sicht die spezifischen Eigenheiten und Vorteile, Bilder über das DJV-Bildportal anzubieten?



Klar: In Zeiten, in denen sich jeder Verlag Content, ein eigenes Archiv, aufbauen will, und die Verträge mit den freien Fotografen zu ihrem Vorteil gestalten, finde ich es gut, einen starken Partner zu haben.

 

Redaktion: Wo sehen Sie beim DJV-Bildportal noch Verbesserungsbedarf?


Klar: Wir wünschen uns

 


- eine technische Verfügbarkeitsanzeige, die uns beim Einstellen auf Probleme hinweist, damit wir unsere Upload-Aktivitäten auf die Situation einstellen können.

 


- Mehr Mitglieder im Portal

 


- Ein Online-Abrechnungstool für die High-Res-Downloads, evt. mit direkter Bezahlung
nach dem Download (wie bei Musikportalen, beispielsweise iTunes, üblich)


- größeres Systemstabilität (wir hatten wiederholt doppelte und dreifache Aufnahmen ins Portal trotz einem Upload)

 

Redaktion: Was sagen Sie den Kolleginnen und Kollegen aus dem DJV, die immer noch mit der Entscheidung abwarten, Bilder direkt am Markt anzubieten?

 

Klar: Ich kann ihre Ängste verstehen, weil es immer noch etwas Seltsames ist, ein Foto digital in die Welt zu senden und jede Redaktion behält es, kann es so oft verwenden, wie sie will, und der Fotograf muss vertrauen, dass die Abrechnung korrekt erfolgt. Auf der anderen Seite erinnere ich mich, an eine Zeit vor zehn Jahren, in der ich einen Computer und eine Digitalkamera noch für Teufelszeug hielt; - natürlich Blödsinn. Wir leben heute in einer digitalen Welt und wenn wir unsere Bilder verkaufen wollen, dann eigentlich nur noch auf diesem Weg. Nach Abwägung der Chancen und Risiken sind die Chancen größer, weil Kunden erreicht werden, die wir sonst nie erreicht hätten.

 


Redaktion: Was würden Sie den Kolleginnen und Kollegen aus dem DJV-Bildportal
sagen, die sich über mangelnde Abrufzahlen ihrer Bilder beklagen?

 


Klar: Unserer Erfahrung nach profitiert der Vertrieb von der Größe der Auswahl und der Qualität der angebotenen Bilder. Wenn dann das gesuchte Thema in einem ausreichend großen Grundstock enthalten ist, greifen die Redakteure zu. Vielleicht sollten sich einige Kollegen im DJV-Archiv mehr auf regionale Verkaufsmöglichkeiten stützen. Dies bedeutet, dass die regionalen Medien das Angebot kennen und annehmen.

 


Redaktion: Eine freie Textjournalistin schrieb neulich in der Wochenzeitung DIE ZEIT: "Schreiben macht arm". Gilt das auch für Bildjournalisten? Zumindest tendenziell?

 

Klar: Nein.


Redaktion: Wenn wir zaubern könnten und Ihnen einen erfüllbaren Wunsch gegenüber den Bildredakteuren anbieten würden: Was würden Sie sich von/für Bildredakteure/n wünschen?


Klar: Sie sollten nur noch unsere Bilder drucken.


Redaktion: Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie sich noch einmal für den Beruf als Fotojournalist entscheiden?


Klar: Ja.

 

Außerdem möchte haben wir Dieter Klar gefragt, ob er auch die nachfolgenden Fragen, die wir auch anderen Interviewpartnern gestellt haben, zu technischen Entwicklungen zu beantworten (wir hatten bisher den Hörfunk-, Print- und Onlinebereich abgefragt - Frank Stach, Hans-Werner Rodrian, Thomas Wanhoff). Seine Antwort:


Diese Fragen beantwortet der gute Geist und Computeradmin des Archiv-Klar für Sie
persönlich, da alle anderen relativ Computererkenntnis-resistent sind."

 


Redaktion: Welche Software haben Sie sich zuletzt installiert? Was halten sie davon?

 


Thumbs-Plus; weil ich Dateidoubletten bereinigen wollte. Habe ich schon wieder deinstalliert, weil dadurch Pixvue in seiner Funktionalität beschädigt wurde.

 


Redaktion: Welche Hardware haben Sie sich zuletzt zugelegt?

 


MAC G5.

 


Redaktion: Welche technische Investition hat Ihnen zuletzt am meisten gebracht?

 


Ein Canon-Scanner.

 


Redaktion: Bei welcher technischen Investition haben Sie daneben gelegen?

 

Ein Kollege aus New-York wollte ein eigenes Archiv-System online anbieten; da lagen wir daneben.

 


Redaktion: Nennen Sie Ihre fünf wichtigsten Software-Programme, mit denen Sie derzeit ständig arbeiten:

 


Caption-Writer, Pixvue, Leech-ftp, Explorer, Irfanview.




Redaktion: Nennen Sie die fünf wichtigsten Hardware-Produkte, mit denen Sie derzeit ständig arbeiten:

 


div. PC, Canon 9950 Scanner, Nikon DSLR, div. MAC.

 

Redaktion: Welches sind die drei wichtigsten Zeitschriften, die Sie in Sachen technischer Fragen regelmäßig lesen?

 


gelegentlich ct, Chip.

 


Redaktion: Welches sind die drei wichtigsten Internetseiten, wenn Sie technische Fragen (Hard-/Software, Kauf, Anwendung) haben?

 


Wir suchen gelegentlich auf vielen Seiten, deutsch und englisch. Im Endeffekt müssen wir unsere Erfahrungen selber erwerben; manchmal kostet das Geld, meistens liegen wir richtig.

 


Redaktion: Über welche technische Entwicklung haben Sie sich in letzter Zeit besonders gefreut?

 


W-LAN, USB-Stick, Internet-Fersehen: www.buxtev.de

 


Redaktion: Gibt es eine technische Entwicklung, die Sie in letzter Zeit besonders geärgert hat?

 


Antwort: -

 


Redaktion: Wenn Sie 50.000 Euro im Lotto gewinnen würden und diese nur für technische Zwecke verwenden dürfen, welche technische Ausrüstung würden Sie zusätzlich oder an Stelle Ihrer bisher bestehenden Soft-/Hardware anschaffen?

 


Fileserver, Webserver, Gigabit-LAN, leise PC, hochwertige Scanner, hochwertige
Tastatur, Videoserver, Studienreise um die Welt, um von anderen Strandfotografen zu lernen.