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Urheberrecht

GBI und GENIOS: Freie Journalisten pochen auf ihr Urheberrecht

hir, DJV, 26. Juli. Die Suche nach sich selbst ist auch im Internet-Zeitalter eine verbreitete Form der Selbstbeschäftigung. Die Orte dieser Suche sind allerdings meist wenig originell und heißen regelmäßig Google, Yahoo oder Lycos. Freie Journalisten finden dort nicht selten ihre Texte oder Bilder bei Anbietern, mit denen sie noch nie zu tun hatten. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) unterstützt sie dann bei Unterlassungs- und Schadensersatzklagen. Die Urheberrechtsverletzer zeigen sich solchem Begehren gegenüber nicht selten vollkommen überrascht ("das habe ich doch im Internet gefunden!") und brillieren mit erstaunlichen betriebswirtschaftlichen Thesen ("das ist doch Werbung für den Journalisten!"), pflegen aber im Regelfall die Beiträge zu löschen und auch einen gewissen Schadensersatz zu zahlen.

Weniger einsichtig zeigen sich die Anbieter der Nachrichtendatenbanken GBI und GENIOS. Sie haben sich offenbar über Gesamtverträge mit Verlagshäusern die Rechte übertragen lassen und verkaufen die Rechte auch noch weiter. Freie Journalisten, die in diesen Datenbanken nach sich suchen, werden schnell fündig. Eine Vergütung wird allerdings abgelehnt. Im Raum steht dabei auch die Drohung, dass die Anspruchsgegner riskieren, in Zukunft keine Aufträge mehr von ihren Auftraggebern zu erhalten.

Das neue Urhebervertragsrecht lässt solche Drohungen eigentlich nicht zu. Es fordert eine angemessene Vergütung von urheberrechtlichen Leistungen. Was das konkret heißt? Darüber verhandeln seit mehr als zwei Jahren der DJV und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Parallel wird auch mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) verhandelt.

Haben GBI und GENIOS ein Sonderrecht auf Urheberrechtsverletzung? Freie Mitarbeiter der Badischen Zeitung und der Frankfurter Rundschau wollen den kostenlosen Weiterverkauf ihrer Rechte nicht länger akzeptieren. Andere Freie schließen sich dem an. Ansprechpartner für die Freien der Badischen Zeitung ist der DJV-Landesverband Baden-Württemberg, Geschäftsführer Thomas Schelberg, Mail: infospamfilter@djv-bwspamfilter.de. DJV-Mitglieder an anderen Objekten können sich auch an Michael Hirschler, Referat Freie, DJV-Bundesgeschäftsstelle wenden, Mail: hirspamfilter@djvspamfilter.de.

Freie, die Mitglied in ver.di sind, wenden sich an die dju-Bundesgeschäftsstelle, Ulrike Maercks-Franzen, Mail: djuspamfilter@verdispamfilter.de

Auf einer speziellen Mailingliste bei Yahoogroups können Freie über das weitere Vorgehen diskutieren. Die Anmeldung ist mit Angabe des Namens, des DJV-Landesverbands und des Objekts, für das gearbeitet wird, bei hirspamfilter@djvspamfilter.de möglich, der DJV leitet die Daten dann weiter an die Administration der Mailingliste.