Chor ohne Namen - Du musst kein Schwein sein

Ich war immer sauber und adrett,

legte mich immer ins eigne Bett.

Ich war nie Macho, cool und arrogant –

gabs Ärger – ich bin weggerannt.

 

Und immer sah ich, wie´s im Leben läuft,

wer Schwein ist, grunzt und sich besäuft.

Und schaut man in die Politik –

Nur Haun und Stechn, Lug und Trick.

 

Daraus zog ich Konsequenzen.

Die Entscheidung war kein Mist.

Man ist sicher, wenn man zuguckt.

Und so wurd´ ich Journalist.

 

Du musst kein Schwein sein in dieser Welt – nein, nein.

Du kannst ganz rein sein in dieser Welt – Journalist sein.

Machst Du TV, Zeitung, Rad-i-o – Radio,

misch Dich nicht ein, sondern guck nur zu – Ojo!

 

Seit ich weiß, dass ich´s mir leisten kann,

stell ich mich überall vorne dran.

Guck durch´s Schlüsselloch der Macht,

hör mal, wie die Macht dann kracht.

 

Meine freundlichen Kollegen

und ich – sind nie dagegen,

was immer auch geschieht,

wir sehn zu und summ´n das Lied:

 

(Leiser singen)

Du musst kein Schwein sein in dieser Welt – nein, nein,

du kannst ganz rein sein in dieser Welt – Journalist sein.

Machst du TV, Zeitung, Rad-i-o – Radio,

misch dich nicht ein, sondern guck nur zu – Ojo!

 

(Wieder normal laut)

Du musst kein Schwein sein in dieser Welt – nein, nein,

du kannst ganz rein sein in dieser Welt – Journalist sein.

Machst du TV, Zeitung, Rad-i-o – Radio,

dann zähln nur Fakt´n, Fakt´n, Fakt´n ... –

 

(Wie Schlussschlachtruf) O jo!

Text: Ulf Annel (Kabarett Die Arche), frei nach "Die Prinzen"