Thema des Tages
Es geht um die Urheber
07. Mai. 2010 – In einigen Online-Medien wurde ein Diskussionspapier zum Leistungsschutzrecht veröffentlicht, das die Positionen von DJV und dju wiedergibt. Das inzwischen vier Wochen alte und daher in Teilen nicht mehr aktuelle Papier ist Grundlage der Gespräche, die die beiden Journalistengewerkschaften mit Vertretern von BDZV und VDZ führen. Anlass ist das Vorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung, in dieser Legislaturperiode ein Leistungsschutzrecht der Verlage zu verabschieden. Im Interesse der Urheber ist es unerlässlich, dass ihre Rechte klar definiert und sie an Erlösen fair beteiligt werden, die das Leistungsschutzrecht in die Verlagskassen spülen soll. Denn es sind die Werke der Urheber, ihre Texte und Bilder, mit denen die Verlage bei einem Leistungsschutzrecht Einnahmen erzielen wollen.Es ist eine der Kernaufgaben des DJV, sich für eine nachhaltige Verbesserung der Honorarsituation freier Journalistinnen und Journalisten und für die Wahrung der Urheberrechte einzusetzen. Das geht nicht nur mit Statements und Resolutionen, dazu sind auch Gespräche und Verhandlungen notwendig. Ob Tarifverhandlungen, Gespräche zum Leistungsschutzrecht, über sechs Jahre dauernde Verhandlungen zu gemeinsamen Vergütungsregeln - die Liste der Maßnahmen ist lang. Gerade beim Leistungsschutzrecht besteht die Chance, zu einem frühen Zeitpunkt die Interessen der Urheber zu fixieren. Da ist indes noch eine Menge zu tun, denn Übereinstimmung mit den Verlegern besteht noch nicht.
Hendrik Zörner
Kommentare
Hendrik Zörner
17. Mai. 2010 07:22
@Der Beobachter
Ihr Kommentar zeugt von hoher Detailkenntnis über den Alltag in den Redaktionen. Wenn wirklich politische Kumpanei und Kriechertum die überwiegenden Redakteurstugenden wären, gäbe es keine lesbaren Medien mehr. Und wenn der DJV nicht mit den Verlegern über das Leistungsschutzrecht verhandeln würde, wären solche Leute wie Der Beobachter diejenigen, die am lautesten schreien würden, wenn die Urheber leer ausgingen.
Der Beobachter
15. Mai. 2010 15:14
Die vom djv in die Runde geworfene Haltung ist doch ganz eindeutig: Hauptsache, die Kohle stimmt, dann machen wir alles mit. Ja, das ist ekelerregend und nicht wenige Mitglieder denken darüber nach, ob dieser Verband noch ihre Interessen vertritt. Leider ist die ganze Branche mittlerweile beherrscht von kriecherischen Karrieristen, von diesen Leuten darf man keine kritische Haltung erwarten, die sind in Ihre Positionen nur durch politische Kumpelei geraten, nicht durch aussergewöhnliche Leistung oder gar mutige Berichterstattung, von journalistischen Idealen haben diese Leute noch nie etwas gehört - im Gegenteil herrscht in den meisten Redaktionen doch ein übleres Klima als beim Heer, wer nicht spurt, verliert sofort die Existenz und Querulanten werden sofort weggeputzt. Strikter Gehorsam und Korpsgeist wie beim Schützenverein. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Es ist also kein Wunder, dass der Begriff "Journalist" für immer mehr Menschen ein verächtliches Schimpfwort ist - die Freiheitskämpfer, welche die Einschränkung Ihrer Rechte befürchten, dürfen von hier nicht viel Hilfe erwarten.
Hendrik Zörner
12. Mai. 2010 12:10
@G.Bartsch
Mit dem geplanten Leistungsschutzrecht hat sich der DJV seit Sommer 2009 intensiv auseinandergesetzt. Mit Veröffentlichungen und Diskussionen auf der DJV-Homepage und im journalist wurden die DJV-Mitglieder an dem Thema beteiligt. Ausführlich diskutierte der DJV-Verbandstag 2009 in Berlin das Leistungsschutzrecht und die Bedingungen, die der DJV an die Verleger und den Gesetzgeber richtet. Weitere Gremien der Mitglieder, darunter der Bundes- und der Gesamtvorstand, werden auch weiterhin das Thema diskutieren.
G. Bartsch
12. Mai. 2010 11:26
Was sagen denn die DJV-Mitglieder dazu? Wurde der Entwurf unter den Mitgliedern diskutiert? Wie wurden die Mitglieder beteiligt?
Hendrik Zörner
11. Mai. 2010 10:37
Über das Papier haben mehrere Medien berichtet und Links zu iRights gesetzt. Dort findet sich im Übrigen auch nicht die einzige Analyse.




