Häufig gestellte Fragen

1. Wie wird man eigentlich Journalist/in?
Es gibt viele Wege, um Journalist/in zu werden: Studium, Journalistenschule, Berufsakademie, Volontariat, Praktikum, Hospitanz oder Quereinstieg. Ganz klar: Es gibt keinen Königsweg und das Berufsbild ist auch nicht geschützt. Einige werden das Diplom-Journalistik-Studium empfehlen, andere werden raten, dass man lieber ein Volontariat machen oder ein Fach studieren sollte, das einen ganz besonders interessiert. Wichtig ist vor allem, dass man herausfindet, was man selbst machen möchte.
Die Studienrichtung sollte sich immer an den eigenen Interessen orientieren. Während des Studiums ist es ratsam, sich durch diverse Praktika erste Berufserfahrungen anzueignen oder frei mitzuarbeiten. Umso leichter wird es nach dem Studium sein, einen Job zu finden.
Literaturempfehlungen:
- Journalist/in werden DJV-Wissen Nr. 5, Stand 2008
über die DJV-Verlags- und Service-GmbH zu beziehen - Studien- & Berufswahl - über das Arbeitsamt zu beziehen, wird jedes Jahr neu aufgelegt
- Informationsblätter vom Arbeitsamt und den Universitäten
- Reihe Journalistische Praxis – Handbücher für Ausbildung und Praxis im List Verlag, z.B. der Klassiker Einführung in den praktischen Journalismus von Walther von LaRoche, weitere Titel: Fernsehjournalismus, Sprechertraining, Online-Journalismus, Bildjournalismus heute, Auslandskorrespondent/in, Recherche praktisch, Die Überschrift, Die Nachricht, Wissenschaftsjournalismus
- Reihe Praktischer Journalismus im Verlag UVK Medien, einige Titel: ABC des Fernsehens / Hörfunks / Sportjournalismus, sowie Schreiben fürs Hören, Kommentar und Glosse, Das Interview, Sprache und Stil
- Handbuch Journalismus und Medien, UVK Verlagsgesellschaft mbH, auch als Sonderausgabe des DJV ab 2005 erhältlich
- Claudia Mast, ABC des Journalismus, Sonderausgabe der DJV-Verlags- und Service GmbH für DJV-Mitglieder
- Gabriele Goderbauer-Marchner u. Christian Blümlein Karriereziel Journalismus, BW Verlag
- Memoiren und Berichte aus dem Medienalltag wie z.B. Live dabei von Wolf von Lojewski, Schreiben, was ist von Rudolf Augstein, Achtung Aufnahme von Nina Ruge und Stefan Wachtel
- Miteinander reden von Friedemann Schulz von Thun, 3 Bände, Rowohlt Verlag
- Jahrbücher der großen Fernsehanstalten
- diverse Zeitschriften wie z.B: journalist, Hrsg. DJV, Verlag Rommerskirchen und die Zeitschriften der einzelnen Landesverbände wie z.B. der BJV-Report
- weitere lieferbare Titel und Empfehlungen unter www.djv.de/service/shop/index.shtml und im Buchhandel
2. Was sollte man studieren?
Das Studium sollte sich zunächst an den eigenen Interessen orientieren. Aussagen über die Zukunft diverser Berufe haben meist keine lange Halbwertzeit.
Eine umfangreiche Allgemeinbildung und nach Möglichkeit auch Fachwissen sind sehr wichtig. Das Journalistendasein ist von hoher geistiger Flexibilität geprägt. Weltoffenheit, Neugier, Interesse, die Auseinandersetzung mit dem Tagesgeschehen und die permanente Weiterbildung sind wichtig für jeden Journalisten.
Interessant sind auch die journalistisch geprägten Studiengänge, z.B. "Technikjournalismus" (Sankt Augustin bei Bonn), "Online-Redakteur" (Köln) und verschiedene Journalistik-Studiengänge z.B. in Bremen, Dortmund oder Leipzig.
3. Sollte man das Volontariat vor oder nach dem Studium absolvieren?
Viele verschiedene Wege führen zum Beruf des Journalisten. Das hat Vor- und Nachteile. Und je mehr Leute man nach dem richtigen Weg fragt, umso mehr Antworten erhält man.
Viele Volontariatsstellen werden nur an Bewerber mit Studienabschluss vergeben. Das ist aber nicht die Regel! Auch als Quereinsteiger, nach dem Abitur oder mit vorausgegangener Berufsausbildung kann man sich erfolgreich um ein Volontariat bewerben.
Man sollte auch abwägen, wie der derzeitige Arbeitsmarkt aussieht, und ob es realistisch ist, eine Volontariatsstelle zu finden. Da viele Rundfunkanstalten eine Aufnahme des Volontariats nur bis zu einem Alter von 28 ermöglichen, ist es ratsam, diese Altergrenze nicht außer Acht zu lassen.
Ob man nun zuerst studiert oder mit dem Volontariat beginnt, ist eine Entscheidung, die jeder selbst treffen muss.
Insbesondere wenn die Abitur-Note nicht gut genug ist, um über den Numerus Clausus einen Studienplatz zu bekommen, kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem Praktikum oder Volontariat etwas Zeit zu überbrücken und Wartesemester anzusammeln.
4. Wie findet man eine Praktikums- oder Volontariatsstelle?
Die Anzahl der Volontariatsplätze wurde in den letzten Jahren aufgrund der Medienkrise leider kontinuierlich reduziert. Dem steht eine sehr große Zahl interessierter junger Menschen gegenüber, die unbedingt einen Medienberuf ergreifen wollen.
Die Zeitungsverleger und Rundfunkanstalten haben oft eine genaue Vorstellung von ihren Volontären und informieren vorab im Internet oder auf Nachfrage darüber. Neben dem Vorstellungsgespräch gehören oft Auswahltests oder Assessment-Center zum Auswahlverfahren.
Literaturempfehlung: Das Praktikum im Journalismus von Elke Ahlswede
5. Was sollte man vor Antritt eines Praktikums oder Volontariats beachten?
In der Regel ist es empfehlenswert, zunächst ein Praktikum zu machen oder sich um eine freie Mitarbeit zu bemühen. So kann man seinen Berufswunsch prüfen und erste praktische Erfahrungen sammeln. Ein Praktikum (z.B. bei einer Tageszeitung und dort am besten in einer Lokalredaktion) ist außerdem ein gutes Sprungbrett. Hier kann man sein Können unter Beweis stellen und auf sich aufmerksam machen. Dort gibt es Arbeit genug, so dass man dort in der Regel auch am meisten lernen kann. Allerdings hängt es von der einzelnen Redaktion und auch von einem selbst ab, wie sehr man in den Tagesablauf integriert wird. Eigeninitiative ist gefragt!
Unter www.djv.de (Schwerpunkt Junge Praktika) findet man nützliche Informationen sowie einen Praktikumsplan zum Download. Ebenso liefern die Zehn Gebote für ein gutes Volontariat viele nützliche Tipps und Hinweise. Zusätzlich kann man sich bei Bedarf in der Geschäftsstelle seines DJV-Landesverbandes beraten und den Vertrag gegenlesen lassen.
Eine gute Möglichkeit, etwas über die Qualität des potentiellen Ausbilders herauszufinden ist auch, sich mit früheren Volontären auszutauschen.
6. Wie stehen derzeit die Berufschancen für Journalisten?
Die Chancen für Journalisten sind derzeit – wie in vielen anderen Medienberufen – nicht besonders gut, die Arbeitslosigkeit ist auch hier ein großes Problem, da viele Sender und Verlage Arbeitsplätze abbauen und/oder die Arbeit von freien Journalisten erledigen lassen. Deshalb arbeiten mehr und mehr Journalisten freiberuflich. Die Verdienstchancen sind unterschiedlich.
Natürlich kann einem niemand eine Beschäftigungsgarantie als Journalist/in geben, schon gar nicht für die Zeit nach dem Volontariat oder Studium. Dennoch ist es wichtig, dass man den Beruf anstrebt und später auch ausübt, der einem Spaß macht und einen ausfüllt; unabhängig davon, wie die Prognosen derzeit am Arbeitsmarkt lauten. Und eines sollte man nicht vergessen: Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Auch im Medienbereich wird sich die Situation wieder verbessern.
7. Wie und wo findet man eine Anstellung als Redakteur/in?
Nach dem Volontariat sollte der Journalist in eine Festanstellung übernommen werden. Nach dem Praktikum kann man manchmal als freier Journalist für die Redaktion weiterarbeiten. Die Redaktionen übernehmen gerne diejenigen als freie Mitarbeiter, die sich während der Ausbildung bewährt haben.
Viele Jobs werden heutzutage über Vitamin B, also über Kontakte vergeben. Daher kann es sehr hilfreich sein, sich ein Netzwerk mit Kontakten aufzubauen. Dies kann auch über ehrenamtliches Engagement z.B. im DJV geschehen.
Im elektronischen Zeitalter werden viele freie Stellen im Internet ausgeschrieben, z.B. in Stellenbörsen oder auf Journalistenportalen wie www.newsroom.de, www.kress.de . Ein bewährtes Medium mit Stellenanzeigen ist natürlich auch die Zeitschrift "journalist", die jedes DJV-Mitglied im Abonnement erhält. Gegebenenfalls lohnt es sich auch, sich bei seiner DJV-Landesverbands-Geschäftsstelle nach hilfreichen Tipps und Informationen zu erkundigen.
8. Wo kann man sich mit anderen jungen Journalisten austauschen?
Man kann sich jederzeit an seinen DJV-Landesverband wenden, siehe www.djv.de/djv/landesverband/index.shtml .
Jeder Landesverband hat eine eigene Fachgruppe, einen Arbeitskreis oder einen Fachausschuss für Junge Journalistinnen und Journalisten; Ansprechpartner unter www.djv.de/Junge-Journalistinnen-und-Jour.122.0.html. Es werden Seminare, Führungen oder Stammtische angeboten. Dort lernt man Gleichgesinnte kennen. Ebenso trifft man bei Seminaren, die sich an Volontäre richten, Gleichgesinnte.
9. Welche Arten der Weiterbildung sind sinnvoll?
Es gibt viele Institute, Privatschulen und Akademien, die Seminare anbieten. Die Qualität ist unterschiedlich. Hier hilft im Vorfeld vor allem der gute Menschenverstand: Was für einen Eindruck macht die ganze Palette des Anbieters auf mich? Sind bekannte Dozenten dabei? Welche Schulen werden von Kollegen und Freunden positiv bewertet und empfohlen.
Bei den einzelnen DJV-Landesverbänden kann man darüber hinaus auch Auskunft erhalten, welche Angebote empfehlenswert sind. Meist bekommt man schon während des Volontariats mit, welche Seminare sich lohnen und welche ihr Geld eher nicht wert sind. Eine kleine Auswahl diverser Links von verschiedenen Institutionen:
- www.hausbusch.de/
- www.akademie-bayerische-presse.de/main.html
- www.cma-medienakademie.de/
- www.fes.de/indexveranstaltungen.html
- www.hss.de/
Der DJV arbeitet derzeit mit den großen Journalistenschulen an einem Kriterienkatalog. Bald wird es ein Gütesiegel für die freiwillige Zertifizierung geben. Siehe Initiative Qualität im Journalismus www.djv.de/djv/kommissionen/qualitaet.shtml .
10. Wie kommt man an einen Presseausweis?
Einen Presseausweis können alle hauptberuflich tätigen Journalistinnen und Journalisten beantragen. Freie Journalisten müssen nachweisen, dass sie mindestens 80 Prozent ihres monatlichen Einkommens aus journalistischer Tätigkeit erzielen.
Unter www.djv.de/djv/mitglied_werden/index.shtml findet man die Aufnahmerichtlinien des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).
11. Wird ein Volontariat, das im Ausland absolviert wurde, in Deutschland anerkannt?
Im Journalismus ist die Berufsausbildung über ein Volontariat eigentlich nur in deutschsprachigen Ländern üblich. In vielen anderen Staaten erfolgt der Einstieg über ein – in der Regel journalistisches – Studium. Da Journalismus ein freier Beruf ist, scheidet eine Anerkennung des Volontariats im rechtlichen Sinne aus. Für bestimmte Berufsbereiche kann eine ausländische Ausbildung aber vorteilhaft sein, so zum Beispiel bei Auslandskorrespondenten.
Wichtig für den Berufsweg ist, dass die im Ausland erworbenen Kenntnisse mit den Leistungen des deutschen Volontariates vergleichbar sind. Dann kann es auch als Ausbildung praktisch anerkannt werden.
12. Wie sieht ein Volontariat in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus?
Ein Volontariat in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kann je nach Arbeitgeber sehr vielseitig sein. Vermittelt werden klassische Aufgaben der Pressearbeit wie das Verfassen von Pressemitteilungen, Hintergrundpapieren und Auftragsartikeln, das Zusammenstellen von Verteilern, die Organisation von Presseterminen und -konferenzen sowie nicht zuletzt das Beantworten von Presseanfragen und die Vermittlung von Interviews. In vielen Fällen gehört auch die redaktionelle Betreuung des Internetauftritts der Organisation/des Unternehmens dazu, in dem das Volontariat stattfindet, sowie weiterer elektronischer Medien, zum Beispiel des Newsletters. Der Umgang mit Content Management Systemen ist daher meist ein fester Bestandteil der Ausbildung.
Über diese Aufgaben hinaus umfasst ein Volontariat häufig auch die Vermittlung von Kenntnissen über die Konzeption von PR-Kampagnen, die Gestaltung und Redaktion von Publikationen (Kunden- und Mitgliedermagazine), rechtliche Grundlagen (zum Beispiel Presse- und Urheberrecht), Radio- und TV-PR sowie idealer weise die Evaluation von PR-Maßnahmen. Je nach Organisation schließen Stationen während des Volontariats auch Medien der internen Kommunikation und Hospitanzen in anderen Abteilungen ein.
Einen Mustertarifvertrag für das Volontariat in Pressestellen hat der DJV auf der Seite "Musterverträge" im Abschnitt "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" veröffentlicht. Kriterien für ein gutes Volontariat sind: Benennung eines festen Ausbildungsredakteurs mit entsprechender Erfahrung im Journalismus, externe Ausbildungsstation bei einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung im Journalismus und eine Dauer von 24 Monaten. In der Ausbildungsabteilung muss überwiegend Pressearbeit gemacht werden und mindestens ein Periodikum herausgegeben werden.
13. Was verdienen Journalisten?
Der Verdienst von Journalisten ist abhängig vom Beschäftigungsverhältnis: fest oder frei.
Die Gehälter für festangestellte Redakteure sind größtenteils in Flächentarif- oder Haustarifverträgen festgelegt.
Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt eines Redakteurs liegt in Deutschland zwischen 35.000 bis 45.000 Euro, das ist regional unterschiedlich.
Die Einstiegsgehälter von Redakteuren schwanken je nach Ausbildungsabschluss zwischen 23.000 und 30.000 Euro im Jahr. So verdienen Volontäre nach dem Abitur durchschnittlich 22.071, Universitätsabsolventen ohne Promotion 26.912, jedoch mit Doktortitel nur 26.010 Euro.
Zu den Spitzenverdienern unter den Berufseinsteigern zählen Trainees mit Fachhochschulabschluss: Sie erhalten 29.332 Euro. Dies hat eine Gehaltsanalyse des Karriereportals jobpilot.de ergeben.
Bei freien Journalisten liegt nach Angaben der Künstlersozialkasse der durchschnittliche Gewinn der Gruppe Wort pro Jahr bei 13.570 Euro.
Die KSK geht davon aus, dass freie Journalisten ein Jahresnettoeinkommen zwischen 20.000 und 30.000 Euro erzielen. Die Zusammenstellung der Honorare und Vertragsbedingungen für freie Journalisten 2008 steht zum Download bereit unter der Internetadresse: www.djv.de/freie im Bereich "Honorare".
zusammengestellt vom DJV-Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten




