Nachrichtenagenturen
I. Agence France-Presse - AFP
1. Gehaltstarifvertrag
Im November 2011 wurde ein neuer Gehaltstarifvertrag mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2013 abgeschlossen.
Die Tarifgehälter für alle Redakteure/Redakteurinnen steigen ab 1. April 2011
um 1,2 %.
Zusätzlich werden folgende leistungsabhängigen Erhöhungen gezahlt:
Far Exceeded 3,3 %
Exceeded 1,8 %
Achieved 1,1 %
Partially Met 0 %
Vom Volumen her beläuft sich dieser Abschluss, der eine Laufzeit von einem Jahr hat, auf ungefähr 2,5 %.
Sichergestellt wurde, dass die leistungsabhängigen Gehaltsbestandteile nicht verrechnet werden dürfen.
Die Redakteurinnen und Redakteure stimmten diesem Ergebnis mit großer Mehrheit zu.
2. Manteltarifvertrag
Der Manteltarifvertrag, der zum 30. Juni 2011 gekündigt wurde, wurde wieder in Kraft gesetzt. Er kann nunmehr erstmals zum 31. Dezember 2013 gekündigt werden. Neu aufgenommen wurde eine Regelung zur Übertragung von Nutzungsrechten (§ 3.7).
II. Associated Press - AP
Nach fünf Verhandlungsrunden konnten bei AP sowohl ein neuer Gehalts- als auch ein neuer Manteltarifvertrag abgeschlossen werden.
Die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure steigen ab 1. Mai 2007 um 2,2 Prozent. Die Laufzeit des Gehaltstaifvertrages beträgt zwölf Monate. Als Wermutstropfen musste für alle ab Mai 2007 neu eingestellten Redakteurinnen und Redakteure eine neue Gehaltsstaffel akzeptiert werden, die in den ersten sechs Berufsjahren unter den bisherigen Sätzen liegt.
Im Manteltarifvertrag bleibt es grundsätzlich bei der allgemeinen Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden. Eine Sonderregelung gilt für Dienstleister am Slot. Diese erhalten für jede Slot-Schicht eine Zeitgutschrift von 20 Minuten. Diese Gutschriften werden auf einem Zeitkonto gesammelt und können tageweise in Freizeit genommen werden. Im Durchschnitt haben die Betroffenen dadurch zwischen vier und sechs zusätzliche freie Tage im Jahr. Die Überstundenzuschläge wurden von 50 auf 25 Prozent gesenkt. Die Laufzeit des neuen Manteltarifvertrages beträgt zwei Jahre.
Die Geschäftsführung war unsprünglich mit der Forderung nach der Einführung der 40-Stunden-Woche und einer linearen Gehaltserhöhung von lediglich einem Prozent in die Tarifverhandlungen gestartet. In beiden Punkten konnte sie sich nicht durchsetzen. Nicht zuletzt deswegen, weil zu Beginn der vierten Verhandlungsrunde rund 30 Kolleginnen und Kollegen in den Verhandlungsraum kamen und der Geschäftsführung deutlich machten, dass die Belegschaft ein erheblich besseres Angebot erwarte.
III. Deutsche Presseagentur - dpa
Nach schwierigen Verhandlungen sowohl über einen neuen Gehalts- als auch Manteltarifvertrag für die Mitarbeiter von dpa einigten sich DJV und ver.di mit der dpa-Geschäftsführung auf die Weitergeltung der beiden zum 1. Januar 2011 gekündigten Tarifverträge in unveränderter Form. Zusätzlich wurde der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum 31. Mai 2012 vereinbart. Die Laufzeit beträgt jeweils ein Jahr, d.h. sowohl Gehalts- als auch Manteltarifvertrag können erstmals wieder zum 31. Januar 2012 gekündigt werden.
Dieser Kompromiss - die Geschäftsführung forderte bis zur letzten Verhandlungsrunde Einsparungen in Höhe von 2 Millionen € - wurde nur durch massive Unterstützung der Mitarbeiter möglich. Diese machten sehr deutlich, dass sie keine Abwertung ihrer Arbeit durch solch drastische Einsparmassnahmen hinnehmen würden.
IV. Reuters
Nachdem mit Reuters mehr als ein Jahr lang über einen neuen Gehalts- und Manteltarifvertrag verhandelt wurde, erzielte man im Frühjahr 2007 eine Einigung.
Die Gehälter werden linear um 2 Prozent erhöht. Darüber hinaus wurde eine leistungsbezogene Gehaltserhöhung vereinbart, die sich folgendermaßen auswirkt:
- Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote drei erhalten zusätzlich 1,0 Prozent
- Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote zwei erhalten zusätzlich 1,4 Prozent
- Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote eins erhalten zusätzlich 1,9 Prozent
Auf die Mitarbeiter bezogen bedeutet dies, dass 70 Mitarbeiter (55 Prozent der Belegschaft) eine Gehaltserhöhung von insgesamt 3 Prozent erhalten, 48 Mitarbeiter bekommen 3,4 Prozent und eine Mitarbeiterin 3,9 Prozent mehr. Für acht Kolleginnen und Kollegen bleibt es bei der reinen linearen Erhöhung von 2 Prozent. Die vereinbarte leistungsabhängige Bezahlung wird, wie auch in den vergangenen Jahren, zum festen dauerhaften Gehaltsbestandteil.
Der neue Gehaltstarifvertrag tritt am 1. April 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von zwölf Monaten.
Beim Manteltarifvertrag mussten DJV und ver.di akzeptieren, dass bei Neueinstellungen die 40-Stunden-Woche und ein Urlaubsanspruch von generell 30 Tagen eingeführt wird. Die Reuters-Geschäftsführung hatte auf diese Änderung bestanden und gedroht, dass sie, wenn es zu keiner Einigung kommt, die Tarifpartnerschaft aufkündigt. Ansonsten wurde der Manteltarifvertrag redaktionell überarbeitet, ohne dass es inhaltlich zu wesentlichen Veränderungen gekommen ist. Der Manteltarifvertrag gilt bis zum 30. Juni 2010.
V. Dow Jones News GmbH
Trotz mehrmaliger Aufforderungen - sowohl des DJV als auch von ver.di und eines eindeutigen Votums der Mitarbeiter - weigert sich die Geschäftsführung der Dow Jones News GmbH weiterhin, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Für Redakteurinnen und Redakteure, die vorher bei VWD beschäftigt waren und nunmehr der Dow Jones News GmbH zugeordnet sind, gelten die VWD-Tarifverträge noch weiter.
Ansprechpartnerin: Regine Sakowsky





