Nachrichtenagenturen

I. Agence France-Presse - AFP

1. Gehaltstarifvertrag

Im Juli 2008 wurde ein neuer Gehaltstarifvertrag mit einer dreijährigen Laufzeit bis 30. Juni 2011 abgeschlossen. Die linearen Erhöhungen sehen danach folgendermaßen aus:

1.7.2008 bis 30.6.2009: 3 Prozent linear sowie eine Einmalzahlung von 700 €; vom Volumen bedeutet dies 4,1 Prozent.

1.7.2009 bis 30.6.2010: 2,5 Prozent linear

1.7.2010 bis 30.6.2011: 2,5 Prozent linear

Sollte die Inflationsrate während der Laufzeit dieses Tarifvertrages vier Prozent übersteigen, muss nachverhandelt werden.

2. Manteltarifvertrag

Ziel der AFP-Geschäftsführung zu Beginn der Verhandlungen war es, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 37,5 Stunden zu erhöhen sowie einen Urlaubsanspruch von generell 30 Urlaubstagen zu vereinbaren. Das konnte der DJV verhindern. Das Ergebnis sieht nun folgendermaßen aus:

Der MTV wird rückwirkend ab 1.1.2008 wieder in Kraft gesetzt und hat eine Laufzeit bis zum 30.6.2012.

Die 35-Stunden-Woche bleibt erhalten. Der Grundurlaub beträgt weiterhin 33 Urlaubstage, auch für die neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen. Folgende arbeitszeitrelevante Änderungen werden eingeführt:

Ab 2008 gilt Heiligabend nicht mehr als Feiertag, ab 2009 gilt dies auch für Silvester. Die Kolleginnen bzw. Kollegen, die an diesen beiden Tagen arbeiten müssen, erhalten den Feiertagszuschlag. Dauert die Arbeit an einem dieser Tage länger als 18 Uhr, erhält der Betreffende dafür einen freien Tag. Außerdem wurde vereinbart, dass die Urlaubsstaffel, die es je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit bisher gab, etwas gestreckt wird. Die bisherige Regelung sah so aus, dass man nach zwei-, fünf- und zehnjähriger Betriebszugehörigkeit jeweils einen zusätzlichen Urlaubstag erhielt. Diese Staffel soll nun auf vier, acht und zwölf Jahre ausgedehnt werden.

Gehaltstarifvertrag AFP 2007

Manteltarifvertrag AFP 2006

II. Associated Press - AP

Nach fünf Verhandlungsrunden konnten bei AP sowohl ein neuer Gehalts- als auch ein neuer Manteltarifvertrag abgeschlossen werden.

Die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure steigen ab 1. Mai 2007 um 2,2 Prozent. Die Laufzeit des Gehaltstaifvertrages beträgt zwölf Monate. Als Wermutstropfen musste für alle ab Mai 2007 neu eingestellten Redakteurinnen und Redakteure eine neue Gehaltsstaffel akzeptiert werden, die in den ersten sechs Berufsjahren unter den bisherigen Sätzen liegt.

Im Manteltarifvertrag bleibt es grundsätzlich bei der allgemeinen Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden. Eine Sonderregelung gilt für Dienstleister am Slot. Diese erhalten für jede Slot-Schicht eine Zeitgutschrift von 20 Minuten. Diese Gutschriften werden auf einem Zeitkonto gesammelt und können tageweise in Freizeit genommen werden. Im Durchschnitt haben die Betroffenen dadurch zwischen vier und sechs zusätzliche freie Tage im Jahr.  Die Überstundenzuschläge wurden von 50 auf 25 Prozent gesenkt. Die Laufzeit des neuen Manteltarifvertrages beträgt zwei Jahre.

Die Geschäftsführung war unsprünglich mit der Forderung nach der Einführung der 40-Stunden-Woche und einer linearen Gehaltserhöhung von lediglich einem Prozent in die Tarifverhandlungen gestartet. In beiden Punkten konnte sie sich nicht durchsetzen. Nicht zuletzt deswegen, weil zu Beginn der vierten Verhandlungsrunde rund 30 Kolleginnen und Kollegen in den Verhandlungsraum kamen und der Geschäftsführung deutlich machten, dass die Belegschaft ein erheblich besseres Angebot erwarte.

Gehaltstarifvertrag AP 2007

Manteltarifvertrag AP 2007

III. Deutsche Presseagentur - dpa

Die Tarifverhandlungen 2006 über einen neuen Gehaltstarifvertrag für die Redakteurinnen und Redakteure bei dpa endeten mit folgendem Abschluss:

Die Gehälter werden rückwirkend ab 1. Februar 2006 um 1 Prozent, ab 1. August 2007 um weitere 1,5 Prozent erhöht. Die bisherige Anrechnung von Studienzeiten entfällt und die Berufsjahrstaffel wurde gekürzt. In den ersten sechs Berufsjahren gibt es statt drei nunmehr nur noch zwei Tarifgruppen, nämlich 1.-3. und 4.-6. Berufsjahr. Die höchste Gruppe ab dem 25. Berufsjahr wurde gestrichen, sodass die Staffelung künftig mit dem 15. Berufsjahr endet. In diesen Punkten entspricht der dpa-Abschluss weitgehend dem des Tarifabschlusses im Tageszeitungsbereich. 

Befristet auf zwei Jahre wurde darüber hinaus folgende Sonderregelung für dpa-Volontäre getroffen:

Alle dpa-Volontäre, die ihre Ausbildung bis Ende 2008 beenden erhalten von dpa das Angebot für eine unbefristete Festanstellung bei der dpa-GmbH. Zusätzlich werden acht ehemalige dpa-Volontäre, die im Moment als Pauschalisten arbeiten, in die unbefristete Festanstellung übernommen. Diese Zusage wurde allerdings nur deshalb möglich, weil die Gewerkschaften einer neuen, niedrigeren Tarifgruppe für diesen Personenkreis zustimmten. Für das erste Jahr erhalten die Ex-Volontäre ein Gehalt in Höhe von 2.450 Euro, im zweiten Jahr 2.550 Euro. Danach werden sie dann in die regulären Tarifgruppen eingestuft. Durch diese Regelung wurde es möglich, für ungefähr dreißig junge Kolleginnen und Kollegen einen festen unbefristeten Arbeitsplatz zu sichern.

Dieser Gehaltstarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2009.

Von Seiten der dpa-Geschäftsführung war auch der Manteltarifvertrag für Redakteure gekün-digt worden. Dieser wurde jedoch ebenso wie der Tarifvertrag über die Altersversorgung unverändert wieder in Kraft gesetzt. Beide Tarifverträge können frühestens zum 31. Januar 2009 wieder gekündigt werden.

Gehaltstarifvertrag dpa 2009

Manteltarifvertrag dpa 2006

IV. Reuters

Nachdem mit Reuters mehr als ein Jahr lang über einen neuen Gehalts- und Manteltarifvertrag verhandelt wurde, erzielte man im Frühjahr 2007 eine Einigung.

Die Gehälter werden linear um 2 Prozent erhöht. Darüber hinaus wurde eine leistungsbezogene Gehaltserhöhung vereinbart, die sich folgendermaßen auswirkt:

 

  • Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote drei erhalten zusätzlich 1,0 Prozent
  • Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote zwei erhalten zusätzlich  1,4 Prozent
  • Kolleginnen und Kollegen mit der Appraisalnote eins  erhalten zusätzlich 1,9 Prozent

Auf die Mitarbeiter bezogen bedeutet dies, dass 70 Mitarbeiter (55 Prozent der Belegschaft) eine Gehaltserhöhung von insgesamt 3 Prozent erhalten, 48 Mitarbeiter bekommen 3,4 Prozent und eine Mitarbeiterin 3,9 Prozent mehr. Für acht Kolleginnen und Kollegen bleibt es bei der reinen linearen Erhöhung von 2 Prozent. Die vereinbarte leistungsabhängige Bezahlung wird, wie auch in den vergangenen Jahren, zum festen dauerhaften Gehaltsbestandteil.

Der neue Gehaltstarifvertrag tritt am 1. April 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Beim Manteltarifvertrag mussten DJV und ver.di akzeptieren, dass bei Neueinstellungen die 40-Stunden-Woche und ein Urlaubsanspruch von generell 30 Tagen eingeführt wird. Die Reuters-Geschäftsführung hatte auf diese Änderung bestanden und gedroht, dass sie, wenn es zu keiner Einigung kommt, die Tarifpartnerschaft aufkündigt. Ansonsten wurde der Manteltarifvertrag redaktionell überarbeitet, ohne dass es inhaltlich zu wesentlichen Veränderungen gekommen ist. Der Manteltarifvertrag gilt bis zum 30. Juni 2010.

GTV-Reuters 2007

MTV-Reuters 2006

V. Dow Jones News GmbH

Trotz mehrmaliger Aufforderungen - sowohl des DJV als auch von ver.di und eines eindeutigen Votums der Mitarbeiter - weigert sich die Geschäftsführung der Dow Jones News GmbH weiterhin, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Für Redakteurinnen und Redakteure, die vorher bei VWD beschäftigt waren und nunmehr der Dow Jones News GmbH zugeordnet sind, gelten die VWD-Tarifverträge noch weiter.

Ansprechpartnerin: Regine Sakowsky