
Thüringen backt Brötchen
Fleißige Helfer verteilten in allen Redaktionen von Thüringer Tageszeitungen kleine Brötchen. Bei der stz (Südthüringer Zeitung) in Bad Salzungen begegneten sie den Weihnachtsmännern, die eine Woche zuvor in die Redaktion gebracht worden waren. Die Kolleginnen und Kollegen hatten ihnen einen repräsentativen Platz verschafft und wollen sie bis Weihnachten dort stehen lassen. Auch bei der Thüringer Allgemeinen sorgten Schilder für Aufmunterung und Erheiterung. „Unser Vorschlag für Tarifverhandlungen: Statt Geld kleine Brötchen" oder „Kleine Brötchen backen??? Wir gehen mit neuer Bescheidenheit in die Tarifverhandlungen, o.k.?", war da zu lesen.
Bei herrlichem Sonnenschein gingen am Wochenende Familien gemeinsam einkaufen. So auch in Bad Salzungen, wo Kartons auf die katastrophale Lage der Freien bei Tageszeitungen aufmerksam machten. „Freie Journalisten müssen monatlich 70 Bilder in Tageszeitungen veröffentlichen, um brutto die Höhe der Regelleistung von Hartz IV zu erreichen", lautete eines der Argumente. Auch in Gotha interessierten sich Bürger für den Umgang der Verlage mit den freien Journalisten. Ein Drittel der in Thüringen tätigen Freien verdient monatlich weniger als 1.000 Euro brutto. Diese Aktion fand außerdem in Eisenach, Gera, Jena, Suhl und Weimar statt.
Unsere Arbeit ist mehr wert, meinen auch die Kolleginnen und Kollegen bei der OTZ. Statt kleiner Brötchen soll künftig mehr in der Lohntüte sein. Neben der Unterstützung für die Gehaltsforderung der Gewerkschaften machten die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen auf die immense Arbeitsbelastung aufmerksam. Inzwischen sind 14-Stunden-Arbeitstage fast überall die Regel.
Foto: Heiko Matz




