Umfrage Junge Journalisten 2001

Im Frühjahr 2001 nahmen Volontäre und Jungredakteure aller Medien an einer Umfrage des Deutschen Journalisten-Verbandes teil.

Um Missstände und Probleme des Volontariates an Tageszeitungen im Rahmen der Ausbildungstarifverhandlungen aufzudecken, befragte der DJV 1988 Volontäre und Jungredakteure. Seitdem sind mehr als zehn Jahre vergangen und die Aufgaben im Journalismus haben sich nicht zuletzt durch den Einfluss der Neuen Medien und der Outsourcingpraxis der Verlage verändert. Die Einhaltung des Ausbildungstarifvertrages scheint nicht überall gesichert zu sein. Um ein medienübergreifendes Stimmungsbild zu erhalten, befragte der DJV-Fachausschuss junge Journalistinnen und Journalisten und das DJV-Bildungswerk im Frühjahr 2001 erstmals Volontäre und Jungredakteure aller Medien, die ihr Volontariat 1996 oder später begonnen haben.

200 Volontäre und Jungredakteure (darunter 95 Männer und 105 Frauen; davon 104 Volontäre und 93 Jungredakteure – 3 ohne Angabe der Berufszugehörigkeit) beteiligten sich an der Umfrage. 83 % der Befragten hatten vor dem Antritt ihres Volontariates bereits als freie Mitarbeiter journalistisch gearbeitet. Die Mehrheit verfügt über ein abgeschlossenes Studium und beginnt das Volontariat nach dem Studium. Im Durchschnitt vergingen zehn Monate zwischen der ersten Bewerbung und dem Antritt zum Volontariat. Vereinzelt warteten Befragte sogar bis zu 48 Monaten auf eine Ausbildungsstelle in einer Redaktion. Die angegebene wöchentliche Arbeitszeit beträgt bei der befragten Zielgruppe durchschnittlich 42,4 Wochenstunden. 55,5 % der Befragten teilten mit, dass es keine Bildvolontäre in ihrer Redaktion gab. Bei 73 % der Befragten dauert das Volontariat 24 Monate; 18 % verkürzen auf 18 Monate. Die Mehrheit absolviert das Volontariat bei einer Tages-/Wochenzeitung oder Zeitschrift. Über 10 % im privaten Rundfunk, 10 % im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, 4 % in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 3,5 % bei Nachrichtenagenturen, 2 % bei Anzeigenblättern und bereits 1 % in einer Online-Redaktion.

Fast die Hälfte der Befragten (42 %) gibt an, dass für ihr Volontariat kein verbindlicher Ausbildungsplan bestand. 66,5 % der Volontäre und Jungredakteure wurden während ihres Volontariates nicht über ihre Rechte aufgeklärt und 68 % wurde kein Ausbildungstarifvertrag ausgehändigt. Dennoch geben 132 Befragte an, dass der Volontärvertrag nach den Richtlinien des Tarifvertrages erfolgte. Die Mehrheit hatte einen Volontärausbilder als Ansprechpartner. Bezogen auf die Arbeitsbedingungen während des Volontariates gaben mehr als 70 % der Befragten an, dass sie Redakteure während ihres Volontariates vertreten hätten. Sonntagsdienste fallen im Durchschnitt ein bis zwei Mal im Monat an. 47, 5 % der Befragten erhalten dafür eine Pauschalzahlung. Überstunden werden entweder gar nicht (44,5 %) oder durch Freizeit ausgeglichen (43,5 %).Die Übernahme der Volontäre in ein festes Anstellungsverhältnis ist nur bei 17,5 % gesichert.

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