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Fotografen haben Namen 2013

Bei der Auswertung 2013: Roland Scheidemann vom DJV-Fachausschuss Bildjournalisten Foto: Michael Hirschler
Das Bild zeigt Roland Scheidemann vom DJV-Fachausschuss Bildjournalisten bei der Auswertung von Tageszeitungen, über den Rücken fotografiert. Vor ihm liegen Zeitungen, er hält einen Stift.




Namensnennung ist unverzichtbar - Siegerzeitungen: Berliner Zeitung, Neues Deutschland, Welt kompakt


Die Nennung der Namen von Bildjournalisten ist gesetzliche Pflicht. Wenn der Name fehlt, haben Fotografen einen Anspruch auf Schadensersatz mindestens in Höhe des angemessenen Honorars. Mit der Aktion „Fotografen haben Namen“ wertete der DJV auch im Jahr 2013 wieder zahlreiche deutsche Tageszeitungen aus, ob die Namen der Bildautoren ordnungsgemäß genannt wurden. Sieger der Auswertung sind die Berliner Zeitung (81 Prozent richtig, 1. Platz), Neues Deutschland (80 Prozent richtig, 2. Platz), Welt kompakt (77 Prozent richtig, 3. Platz). Auf dem 4. Platz folgt die Junge Welt (74 Prozent), auf dem 5.Platz BILD (Ausgabe Köln, 70 Prozent). Die ausführliche Liste der Platzierungen findet sich weiter unten.

Die Siegerzeitungen zeichnen sich durch besondere Sorgfalt aus. So wurden dort selbst kleinste Symbolfotos auf der Titelseite mit der Namensnennung versehen, und im Regelfall werden auch die Namen von Agenturfotografen genannt.

Bei der Auswertung vieler anderer Tageszeitungen fiel allerdings auf, dass insbesondere die Namen der Bildjournalisten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht nicht genannt werden, während das bei lokal tätigen Bildjournalisten öfters erfolgt. Das Beispiel der Siegerzeitungen zeigt aber, dass die Nennung prinzipiell möglich ist.


Michael Hirschler, hirspamfilter@djvspamfilter.de

Immer wieder negative Überraschungen bei der Auswertung: Roland Scheidemann streicht an Foto: M. Hirschler

Fotografen haben Namen 2013: Die Details

Zeitungstitel Prozentsatz richtige Nennungen
Berliner Zeitung 81
Neues Deutschland 80
Welt Kompakt (Bundesform) 77
Junge Welt 74
BILD (Köln) 70
Celleschen Zeitung 67
BILD (München) / Bild City 64
Welt Kompakt (München) 61
Braunschweiger Zeitung 60
BILD (Mainz/Wiesbaden) 59
Rüsselsheimer Echo 59
Gießener Anzeiger 58
Frankfurter Rundschau 56
Fränkische Landeszeitung 56
Offenbach Post 56
Oldenburgische Volkszeitung 55
Ostthüringer Zeitung 55
BILD (Nürnberg) 53
Darmstädter Echo 53
Die Welt 53
Donaukurier 52
Die Welt (München) 51
Fuldaer Zeitung 51
Neumarkter Nachrichten 51
Kieler Nachrichten 50
Leipziger Volkszeitung 50
Odenwälder Echo 50
Passauer Neue Presse 50
Fränkischer Tag 49
Nordbayerischer Kurier 49
Rhein-Sieg-Anzeiger 49
Welt Kompakt (Hamburg) 49
Allgäuer Zeitung 48
Erlanger Nachrichten 48
Nürnberger Zeitung 48
Die Welt (Hamburg) 47
Thüringische Landeszeitung 46
WAZ (Essen) 46
Fürther Nachrichten 45
Hamburger Morgenpost 45
Süddeutsche Zeitung 45
Altmarkzeitung 44
Frankfurter Rundschau 44
General-Anzeiger Bonn 44
taz 44
Märkische Allgemeine 43
Main-Post 43
Hersbrucker Zeitung 42
Saarbrücker Zeitung 42
Main-Echo 40
Thüringer Allgemeine 40
Die Kitzinger 39
Freies Wort Suhl 39
BILD (Hamburg) 38
Frankfurter Neue Presse 38
Nürnberger Nachrichten 38
Rheinische Post 38
Schweriner Volkszeitung 37
Volksblatt Würzburg 37
Bild (Berlin) 36
Augsburger Allgemeine 36
Eckernförder Zeitung 35
Lübecker Nachrichten 35
Nordwest Zeitung Oldenburg 35
Oberhessische Zeitung 35
BILD (Saarland) 34
Bonner Rundschau 34
Main Spitze 34
Stuttgarter Zeitung 34
Freies Wort Ilmkreis 33
Mitteldeutsche Zeitung 33
Nordkurier 33
Flensburger Tageblatt 32
Volksstimme 32
Der Tagesspiegel 31
Express (Bonn) 31
Landshuter Zeitung 31
Norddeutsche Neueste Nachrichten (Rostock) 31
Allgemeine Zeitung Mainz 30
Südthüringer Zeitung 29
Trierischer Volksfreund 29
Berliner Kurier 28
Ostsee Zeitung (Rostock) 28
Rhein-Zeitung (Koblenz) 28
Rhein-Zeitung (Mainz) 28
Schweinfurter Tagblatt 28
Wiesbadener Kurier 28
Landeszeitung (Lüneburger Heide) 27
Abendzeitung München 26
Hamburger Abendblatt 26
Oberbayerisches Volksblatt 26
Darmstädter Echo (Mantel) 25
Fränkische Nachrichten 25
Main Taunus Kurier 25
FAZ 24
Mittelbayerische Zeitung 24
Neue Osnabrücker Zeitung 24
Stuttgarter Nachrichten 24
Wiesbadener Tagblatt 24
Mittelbayerische Zeitung 23
Der neue Tag 23
Mannheimer Morgen 23
Münchner Merkur 23
Kölner Stadt-Anzeiger 22
B.Z. 20
TZ München 19
Weser Kurier 18
Frankenpost 16
Amberger Zeitung 14
Handelsblatt 11
Die Tagespost 9
Bayernkurier 8
Bergedorfer Zeitung 2
Ostfriesen-Zeitung Leer 2
Hannoversche Allgemeine Zeitung 0
Harburger Anzeigen und Nachrichten 0
Nordsee Zeitung 0

Klar geregelt: Der gesetzliche Anspruch auf Namensnennung

Der Anspruch auf Nennung des Namens ist gesetzlich klar geregelt. In § 13 Urheberrechtsgesetz heißt es klar:

§ 13 Anerkennung der Urheberschaft


Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Nach ständiger Rechtsprechung führt die Nichtnennung des Namens zu einem Schadensersatzanspruch in Höhe des Honorarwerts des Fotos. Wer als Fotograf eigene Verträge mit höheren Schadensersatzansprüchen verteilt hat, kann sogar noch mehr in Rechnung stellen.

Das Recht auf Nennung des Namens kann auch durch Allgemeine Geschäftsbedingungen und Verträge nicht abgeändert werden. Auch der Schadensersatzanspruch kann nicht durch Kleingedrucktes von Verlagen ungültig gemacht werden. Will heißen: Wer einen Knebelvertrag unterschreibt, in dem die Geltendmachtung des Schadensersatzanspruchs de facto erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird, kann darauf pfeifen. Der Anspruch besteht dennoch.

Der DJV hat sogar im Verbandsklageverfahren gegen den Verlag Axel Springer Passagen aus den Verträgen der Bildjournalisten gerichtlich streichen lassen, durch die der Verlag Ansprüche einschränken wollte.

Auch Verträge zwischen Agentur und Fotografen können einen direkten Anspruch des Bildjournalisten gegen die Zeitung nicht ausschließen. Das bedeutet: Wer sich als Redakteur darauf verlässt, dass "dpa" als Fotozeile genügt, bringt sein Blatt in Haftung, selbst wenn dpa selbst nichts sagt oder dort ein Mitarbeiter meint, das wäre alles nicht so wild.

Der DJV berät die freien Bildjournalisten, aber auch Bildredakteure und Betriebsräte in der Frage, wie sich sie sich gemeinsam für eine Durchsetzung dieses Rechts einsetzen können. In den nächsten Monaten sind neue Initiativen in Betrieben geplant. Interessenten sollten sich an das DJV-Referat Bildjournalisten wenden, um sich in solchen Fragen beraten zu lassen.

Anmerkung zur Systematik der Umfrage

Die Tabelle erhebt nicht den Anspruch wissenschaftlicher Genauigkeit bei der Positionierung. Die Auswertung des DJV ist durch verschiedene ehrenamtlich tätige Teams sowie Mitarbeiter der DJV-Geschäftsstellen erfolgt. Stichtag war der 9. April 2013, um das Ergebnis rechtzeitig am 23. April, dem Welttag des Urheberrechts, präsentieren zu können.

Kriterium war die Nennung mindestens des Nachnamens am Bild. Fehler bei der Zählung oder eine unterschiedliche Bewertung bzw. verschieden ausgeübtes Ermessen im Einzelfall können nicht ausgeschlossen werden, so dass es im Ranking unter Umständen nach genauer wissenschaftlicher, mehrfacher Zählung mit Kontrollgängen zu anderen Positionen kommen kann. Der DJV freut sich über wissenschaftliche Einrichtungen oder Institutionen, die deswegen mit dem DJV bei der Aktion 2014 kooperieren wollen. Redaktionen, die sich falsch eingestuft sehen, können sich selbstverständlich beim DJV-Referat Bildjournalisten melden. 

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