Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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News zum Thema Medienkritik

06. Januar 2017
Breitbart

Schöne Grüße, Mr Trump

Aus einer Silvesterrakete in Dortmund wurde eine brennende Kirche, angezündet von einem 1.000-köpfigen Mob. Der Verbreiter: das rechtsextreme Netzwerk Breitbart News, dessen Chef wichtigster Berater von Donald Trump ist.

So ganz ruhig war die Silvesternacht in der Ruhrgebietsmetropole Dortmund nicht. Etwa 1.000 Menschen feierten in der Innenstadt, feuerten Silvesterraketen ab, verletzten einen Obdachlosen. Eine Rakete traf die Verkleidung eines Baugerüsts an einer Kirche. Nach 12 Minuten war die Feuerwehr mit ihrem Einsatz fertig, in der Gerüstverkleidung klafft jetzt ein Brandloch.

 

Über die Ereignisse berichteten die Ruhr Nachrichten. Sachlich, faktenorientiert, ohne Brimborium. Aber dabei blieb es nicht: Das österreichische Portal "Wochenblick" griff die Dortmunder Ereignisse auf und stellte sie so dar, als hätte ein 1.000-köpfiger islamistischer Mob die Kirche in Brand gesetzt. Das verbreitete sich über den Atlantik. Das rechtsextreme Portal Breitbart News, dessen Chef wichtigster Berater des künftigen US-Präsidenten Donald Trump ist, pumpte die Geschichte noch mal kräftig auf und versorgte Populisten und Medienfeinde mit den Lügen über Dortmund. Die Ruhr Nachrichten werden seitdem in den Social Media mit Hasskommentaren geflutet. Denn klar ist: Als Teil der Systemmedien haben die Ruhr Nachrichten das schändliche Treiben der Islamisten in der Dortmunder Innenstadt verniedlicht.

 

Der Fall ist ein Musterbeispiel dafür, warum die Medienintiative "First Draft Coalition", die Falschmeldungen entlarven will, so wichtig ist. Gerade jetzt, da die übelsten Hetzer das Ohr des US-Präsidenten haben.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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