Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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News zur Pressefreiheit

10. Januar 2017
Journalistengewerkschaft

Auszeichnung für Mut

Die SPD vergibt ihren diesjährigen Willy-Brandt-Preis an eine türkische Journalistengewerkschaft. Die Kollegen werden für ihren Mut ausgezeichnet.

An Schreckensnachrichten aus der Türkei besteht leider kein Mangel: Terroranschläge, Militärschläge, Massenentlassungen, Verhaftungen und Aushebelung der Pressefreiheit. Schon vor dem gescheiterten Militärputsch im Sommer mussten kritische und unabhängige Journalisten vor Repressalien des immer autokratischer regierenden AKP-Staatsapparats auf der Hut sein.

Mit der Niederschlagung des Putschversuchs setzte die offene Journalistenverfolgung durch den Staat ein. Mehr als 100 Journalisten sind eingesperrt, weil sie angeblich Terrorhelfer oder Gülen-Anhänger sind. Zahlreiche regierungskritische Berichterstatter halten sich im Ausland auf, weil sie mit ihrer Verhaftung an der Grenze rechnen.

Der Protest gegen die Journalistenverfolgung ist international: Der DJV hat sich wiederholt zu Wort gemeldet, die Europäische Journalisten-Föderation auch. Es gilt vor allem, die noch verbliebenen kritischen Stimmen in der Türkei zu stärken.

Eine dieser Stimmen ist die Journalistengewerkschaft Türkiye Gazeteciler Sendikası (TGS). Sie setzt sich vor Ort für die Interessen der Journalisten ein und versucht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Gefahren von ihren Mitgliedern abzuwehren. Für diesen Einsatz wird sie am 23. Januar in Berlin mit dem Internationalen Willy-Brandt-Preis der SPD ausgezeichnet. Das begründen die Sozialdemokraten so: "TGS setzt sich seit vielen Jahrzehnten aktiv für die Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei ein. TGS hat politischen Mut bewiesen und den zunehmenden politischen Druck, Zensur sowie Übergriffe auf Journalisten und Redaktionen in aller Deutlichkeit kritisiert. Ihr Wirken steht exemplarisch für das Streben und die Bewahrung einer offenen und demokratischen Gesellschaft." Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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