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16. November 2015
Regierungs-PR

Eigen-PR oder Information?

Der Spiegel setzt sich mit dem Facebook-Account der Bundesregierung auseinander. Kritiker sehen darin unerlaubte Regierungswerbung.

Das Verblüffendste an der Spiegel-Geschichte sind die Zahlen: Sage und schreibe acht Mitarbeiter des Bundespresseamts kümmern sich darum, dass Angela Merkel in Facebook und Twitter nicht als ahnungslose Siedlerin im Neuland rüberkommt. Knapp 200.000 Euro gibt ihr oberster PR-Manager, der Regierungssprecher und Ex-ZDF-Journalist Steffen Seibert, dafür aus.

 

Dass die Kommunikationsabteilung einer Regierung ihre Aktivitäten heute nicht mehr auf den Versand von Pressemitteilungen und die regelmäßigen Besuche der Bundespressekonferenz beschränken darf, sollte eigentlich klar sein. Und dass in Facebook ein anderer Sprachstil und eine andere Bildersprache gepflegt werden muss als in klassischen Medien, auch. Vertretern der reinen Lehre mag das als "zu werblich" erscheinen.

 

Was aber nicht in Ordnung ist: Offenbar verbreitet Seibert über den Facebook-Account Bilder und Nachrichten, die er den Medien verwehrt. Das muss sich schnellstens ändern, denn der Mann ist nicht nur PR-Manager, sondern auch der oberste Informationsvermittler der Bundesregierung.

 

Hendrik Zörner


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