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18. Februar 2014
Presserat

Regeln für Online-Kommentare

Wer sich über Zeitungsartikel ärgert, kann sich beschweren. Wenn der Autor gegen den Pressekodex verstoßen hat, kann der Leser eine Rüge des Deutschen Presserats erwirken. Diese Möglichkeit, mediale Entgleisungen anzuprangern, ist nicht neu, aber nach wie vor beliebt, wie die Zahlen des Presserats zeigen. Neu hingegen ist die Zuständigkeit des von Verlegern und Journalistenverbänden getragenen Gremiums für die Online-Portale der Printverlage. Inzwischen beziehen sich 60 Prozent der Beschwerden auf Artikel in Online-Medien.

 

Seine digitale Zuständigkeit will der Presserat jetzt um die Kommentare der Online-Medien erweitern. Für die Leserbeiträge in den Online-Foren sollen Regeln aufgestellt werden, die etwa Beleidigungen und Schmähungen verbieten. Den Nutzen davon dürften vor allem die Redakteure der Online-Medien haben. Sie haben auch bisher schon die Foren moderiert und Schmähkommentare entweder schnell gelöscht oder gar nicht erst frei geschaltet. Mit klaren Regeln des Presserats wird es ihnen leichter fallen, ihr Handeln zu begründen. Der lapidare Hinweis auf die Forenhaftung des Portalbetreibers trägt nicht wirklich dazu bei, aufgebrachte Kommentarschreiber davon zu überzeugen, warum ihre Lesermeinung nicht veröffentlicht wird. Und wo die Grenze zwischen harscher Kritik und Beleidigung verläuft, ist häufig auch nicht so klar. Vielleicht schafft der Presserat Abhilfe.

 

Hendrik Zörner


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