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23. September 2015
Hoaxbuster

Entlarven von Fälschungen

Haben Sie auch schon mal Post von der Nigeria Connection bekommen? Oder ein Mail mit einer Warnung vor einem weißen Lieferwagen, mit dem Kinder angelockt und verschleppt werden?

Von Patrick Wiermer

Diese beiden Beispiele sind vermutlich die bekanntesten Hoaxes (frei übersetzt mit „Falschmeldungen“) im Internet. Sie sind fast so alt wie das Internet selbst. Oft sind es die immergleichen Geschichten, bei denen nur Namen, Funktionen und Nationalitäten ausgetauscht werden.

 

Seit 1997 spürt Frank Ziemann zusammen mit amerikanischen Hoax-Finder-Seiten diese Falschmeldungen auf. Auf seiner Seite hoax-info.tubit.tu-berlin.de sind sein Funde gelistet – samt Aufklärung. Ziemann ist IT-Experte an der TU Berlin und erhielt schon in den 90ern regelmäßig Mails über vermeintliche Sicherheitslücken von Betriebssystemen. Er erinnert sich aber auch an Faxe, Eine deutschsprachige Seite, die den Wahrheitsgehalt solcher Meldungen überprüft gab es damals noch nicht.

 

Hoaxes sind manchmal gut gemacht, meistens jedoch stümperhaft. Ziemann wundert sich daher, wie manche Menschen ihren Verstand beim Surfen im Internet „an der Gaderobe abgeben“. Zu „99 Prozent“ ließen sich Hoaxes mittels einer einfachen Google-Suche enttarnen. Hilfreich ist auch die Inverssuche für Bilder. So lässt sich herausfinden, in welchem Zusammenhang Bild-Hoaxes tatsächlich entstanden sind. Manchmal ruft Ziemann aber auch bei der Polizei an, um sich einen Hoax bestätigen und widerlegen zu lassen. Auch wenn selbst die Polizei ab und zu auch mal einen Hoax verbreite.

 

Es gebe aber auch Hoaxes, die schwer zu überprüfen sind. Hoaxes, die letzlich rechte Propaganda enthalten, berufen sich auf reale Daten und Statistiken, etwa wenn es um den vermeintlichen Sozialmissbrauch von Asylbewerbern gehe. In diesem Fall versucht Ziemann an die Originalquelle der Daten zu kommen. In der Regel kommt dann dabei raus, dass sich die rechte Propaganda nur die „verschimmelten Rosinen“ aus der Statistik herauspickt.

 

Bei der rechten Propaganda lasse sich der ursprüngliche Absender noch relativ feststellen, sagt Ziemann. Bei den meisten Hoaxes bleibt der Ursprung allerdings unklar. Auch die Motive für das Verbreiten von Hoaxes seine ein Rätsel. Ziemann vermutet, dass dahinter vor allem ein Geltungsbedürfnis stecke.


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