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DJV-news 738
Newsletter des Deutschen Journalisten-Verbands: 22.10.2021
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Julian Reichelt ist nicht mehr Chefredakteur der "Bild". Foto: Jörg Schüler/Imago  
Inhalt vom 22. Oktober
Julian Reichelt als "Bild"-Chefredakteur abgesetzt

Döpfner unter Druck

Ippen verhindert Berichterstattung über Axel Springer

Corint Media fordert von Google 420 Millionen Euro

Axel Springer schließt Kauf von Politico ab

Studie zum Lokaljournalismus

Besser Online 2021 zum Nachschauen

Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit verurteilt

EJF: Online-Seminar Fotojournalismus

Umfrage für Bildhonorare gestartet

Gerd Ruge im Alter von 93 Jahren gestorben

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Aktuelle Themen
Julian Reichelt als "Bild"-Chefredakteur abgesetzt

Nach Bekanntwerden neuer Vorwürfe gegen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt, über welche die "New York Times" sowie "Übermedien" als erste berichteten, hat sich der Medienkonzern Axel Springer am Montagabend mit sofortiger Wirkung von Reichelt getrennt. Die "New York Times" schreibt von einer toxischen Arbeitsplatzkultur, die "Sex, Journalismus und Firmengeld" vermische. Reichelt musste sich im Frühjahr bereits nach ähnlichen Enthüllungen von "Spiegel" und "Zeit" einem Compliance-Verfahren stellen, durfte nach kurzer Zeit aber wieder in seinen Job zurückkehren. Altverleger Dirk Ippen hatte die Veröffentlichung einer Recherche des Investigativ-Teams der Ippen-Gruppe zu Reichelt verhindert (siehe unten). Neuer Chefredakteur der "'Bild" wird der bisherige Chefredakteur der "Welt am Sonntag" Johannes Boie.

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Julian Reichelt wurde freigestellt. Foto: Jörg Schüler/Imago
Döpfner unter Druck
Videobotschaft von Mathias Döpfner auf dem YouTube-Kanal von Axel Springer. Screenshot: DJV.

Die Affäre um den ehemaligen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt hat auch Auswirkungen auf Mathias Döpfner, Springer-Verlagschef und BDZV-Vorsitzender. Die "New York Times" zitiert in ihrer Berichterstattung aus einer privaten Nachricht Döpfners an den Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre. Darin lobt der Springer-Chef Julian Reichelt angeblich, er sei "halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland, der noch mutig gegen den neuen DDR Obrigkeits-Staat aufbegehrt." Auch soll er geschrieben haben, die meisten anderen Journalisten seien zu "Propaganda-Assistenten" geworden. Dafür erntete Döpfner massive Kritik, bis hin zu Rücktrittsforderungen. Axel Springer bestätigte die Echtheit der privaten Nachricht, beklagte aber, dass der Kontext der Nachrichten in der öffentlichen Debatte fehle.

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Ippen verhindert Berichterstattung über Axel Springer

Am Sonntag sollten in den Ippen-Medien bislang unbekannte Details über mutmaßlichen Machtmissbrauch bei Axel Springer veröffentlicht werden, zu denen das Investigativ-Team des Hauses monatelang recherchiert hatte. Laut eines Briefes des Investigativ-Teams sprach sich Altverleger Dirk Ippen in einer Gesellschafterversammlung gegen die Berichterstattung aus und verhinderte sie. Kurze Zeit später publizierte die "New York Times" die Vorwürfe gegen Julian Reichelt, welche zu seiner Entlassung als "Bild"-Chefredakteur führten. Teile der Recherche des Ippen-Investigativteams wurden dann im "Spiegel" veröffentlicht (siehe oben).

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Dirk Ippen verhinderte die Veröffentlichung seines eigenen Investigativ-Teams. Foto: Sven Hoppe / picture alliance.
Corint Media fordert von Google 420 Millionen Euro

Die Verwertungsgesellschaft Corint Media fordert für ihre rund 200 Wahrnehmungsberechtigten von Google 420 Millionen Euro für das Jahr 2022. Der US-Konzern soll Lizenzgebühren aus dem Leistungsschutzrecht für die digitale Nutzung von Presseinhalten wie Überschriften, kurzen Artikelausschnitten und Vorschaubildern zahlen. Maßstab für die Berechnungen sollen relevante Umsätze von Google in Deutschland sein. Corint Media vertritt als Verwertungsgesellschaft rund 200 Medienunternehmen, darunter TV-Sender, Radio-Programme und Presseverleger. Laut Gesetz steht ein Drittel der Summe den Urheberinnen und Urhebern zu.

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Axel Springer schließt Kauf von Politico ab

Der Medienkonzern Axel Springer teilte am Dienstag mit, der Kauf der US-Mediengruppe Politico von Gründer Robert Allbritton sei abgeschlossen. Nach Angaben des Berliner Medienhauses ist der Kauf der US-Mediengruppe Politico die größte Unternehmensübernahme der Firmengeschichte. Springer sieht in den USA einen Wachstumsmarkt und ist nun zu 100 Prozent Eigentümer von Politico. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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Studie zum Lokaljournalismus

Wenn Lokalredaktionen schließen, steigen Umweltverschmutzung und Wirtschaftskriminalität. Das zeigt eine Studie aus den USA. Die Wissenschaftler haben untersucht, wie Firmen vor Ort reagieren, wenn sie nicht mehr unter Beobachtung durch Journalistinnen und Journalisten stehen: Der Grad an krimineller Energie steigt, Betrug, Finanzvergehen, Wasser- und Luftverschmutzung sowie Verstöße gegen das Arbeitsschutzrecht nehmen zu.

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Lokalzeitungen sind wichtig. Foto: canva.com
Besser Online 2021 zum Nachschauen

Die Aufzeichnungen von "Besser Online 2021", der digitalen Konferenz für Online-Journalismus, sind auf dem YouTube-Kanal des DJV abrufbar. Wer nicht teilnehmen konnte oder bestimmte Veranstaltungen verpasst hat, kann die meisten Workshops und Panels jetzt nachträglich anschauen. Mit dabei sind die Keynote von Ingrid Brodnig "Einspruch! – Wie sich Journalist:innen gegen Desinformation wehren können", der Abschluss von Florian Schroeder "Ist Journalismus die neue Satire?", die Diskussion mit Melanie Brinkmann und Karl Lauterbach zum Thema "Wissenschaft trifft Journalismus" sowie viele andere. Ein Teil der Videos ist schon online, der Rest folgt in den kommenden Tagen.

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Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit verurteilt

Kein Schutz vor Satire für Präsident Recep Tayyip Erdogan: Die Türkei verstößt mit dem „Gesetz zum Schutz des Ansehens des Staatschefs“ nach Auffassung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (EGMR) gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung. Der EGMR forderte die Türkei auf, das umstrittene Gesetz zu ändern. Zudem sprach das Gericht dem Kläger Schadenersatz zu: einem Mann, der wegen zwei Satire-Beiträgen auf Facebook zur Rolle der Türkei in Syrien zu elf Monaten und 20 Tagen Haft verurteilt worden war.

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Präsident Erdogan hat Ärger mit dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof. Foto: Imago Pixsell
EJF: Online-Seminar Fotojournalismus
Fotojournalisten stehen vor vielen Herausforderungen. Foto: Pavlo Podufalov / EFJ

Die European Federation of Journalists (EFJ) bietet am 25. und 26. Oktober 2021 ein Online-Seminar "Vertrauen in die Medien: Fotojournalismus im digitalen Zeitalter" an. Das Webinar ist das letzte in einer Reihe von fünf Webinaren im Rahmen des Projekts "Vertrauen und Qualität im Journalismus". Es befasst sich mit der Rolle von Fotojournalisten im digitalen Zeitalter und den Herausforderungen, denen sie bei ihrer Arbeit gegenüberstehen. Die Podiumsdiskussion am zweiten Tag befasst sich mit der Frage, wie die Risiken für Gesundheit und Sicherheit gemindert werden können. 

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Umfrage für Bildhonorare gestartet

Für die Übersicht " mfm-BILDHONORARE 2022" sucht die Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM), in der auch der DJV Mitglied ist, wieder Angaben über marktübliche Honorare im Bildgeschäft. Bildjournalistinnen und -journalisten, Freie oder Redaktionen sollten hier unbedingt teilnehmen. Die Erhebung ist vom 10.10.2021 bis 11.11.2021 online.

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Gerd Ruge im Alter von 93 Jahren gestorben

Der langjährige ARD-Journalist Gerd Ruge ist im Alter von 93 Jahren am Freitag letzter Woche gestorben. Ruge begann seine Karrierre 1949 beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk in Köln. 1956 ging er für die ARD nach Moskau, fünf Jahre später in die USA als Amerika- und Washington-Korrespondent. In den 1970er Jahren übernahm der ARD-Chefkorrespondent die Leitung des Bonner WDR-Studios, von 1977 bis 1981 arbeitete er wieder in Moskau. Gerd Ruge gründete und leitete den "Weltspiegel", war Leiter des Politmagazins "Monitor" und zwei Jahre lang Chefredakteur beim WDR Fernsehen. 1993 verabschiedete er sich in den Ruhestand, produzierte aber noch verschiedene Reisereportagen.

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Gerd Ruge. Foto: WDR
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Zitat der Woche

"Döpfner ist ein Meister darin, Gefahren zu erfinden, um dann vor ihnen zu warnen", schreibt Nils Minkmar über Springer-Chef Mathias Döpfner.

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Personalien

Der ehemalige ARD-Chefredakteur Rainald Becker wird Chefkorrespondent beim SWR.

Programmdirektor Reinhard Scolik verlässt den Bayerischen Rundfunk zum Jahreswechsel.

Erich Laaser kandidiert nicht mehr als Präsident des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS). Sein designierter Nachfolger ist André Keil.

Torben Sieb ist neuer Vertriebsleiter beim Spiegel-Verlag.

Neuer Leiter von Spiegel Media wird Hannes Engler.

Judith Gilbert wird neue Chefredakteurin von Business Spotlight.

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