Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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Finanzierung des Journalismus

02. Dezember 2015
Geld

Mr. & Mrs. Zuckerberg, ich hätte da eine Idee

45 Milliarden Dollar wollen die Zuckerbergs für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen. Ich hätte da mal eine Idee.

45 Milliarden Dollar sind eine schöne Stange Geld, mit der sich viel Sinn und Unsinn anstellen lässt. Mark und Chan Zuckerberg geht es vor allem um Sinn. Der Facebook-Gründer und seine Ehefrau wollen sich von einem Großteil ihres Vermögens trennen und ihn in eine Stiftung überführen, die sich unter anderem um Bildung kümmern will.

 

Ironie an: Das muss Journalisten auf den Plan rufen, die mit hehrem Aufklärungs-, sprich: Bildungsauftrag unterwegs sind. Also so ziemlich alle Kollegen, die das Wort Qualitätsjournalismus buchstabieren können. Wie wäre es, wenn das Ehepaar Zuckerberg einen Teil ihrer 45 Milliarden für den Journalismus zur Verfügung stellen würde? Sagen wir, um nicht gierig zu sein: eine Milliarde? Damit ließe sich eine Menge machen: Journalismus im Netz könnte gratis sein, der Verkaufspreis der Zeitungen würde wegfallen. Zeitschriften und Magazine gäbe es am Kiosk kostenlos, Journalisten, auch Freie, würden durch die Bank anständig bezahlt. Und der Spiegel-Geschäftsführer könnte seinen Stellenstreichplan einmotten und der verdutzten Belegschaft sagen: Sorry, war nur so eine Idee.

 

Ob das jemand den Zuckerbergs vorschlägt? Man könnte ja mal darüber reden.

 

Hendrik Zörner


DJV & journalist