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Finanzierung des Journalismus

26. Juni 2017
Journalismus

Paid Content vor dem Durchbruch?

Immer mehr Menschen sind offenbar bereit, für guten Journalismus im Netz Geld zu bezahlen. Geht die Gratiskultur zu Ende?

Im Mediendienst turi2 hat der Chef von Süddeutsche.de Stefan Plöchinger jetzt eine These aufgestellt, die ihn noch vor zwei oder drei Jahren an den digitalen Pranger gebracht hätte: Paid Content und Journalismus passen für ihn gut zusammen. Das ist keine akademische Aussage, sondern verrät das Geschäftsmodell, das die Süddeutsche verfolgt: Wer guten Journalismus im Netz will, muss dafür bezahlen.

 

Die Bezahlschranke ist alles andere als neu und war lange umstritten. aber inzwischen scheint sie sich durchzusetzen. Die Zahl der Digitalabos, mit denen die Süddeutsche Geld verdient, liegt bei 55.000. Ein anderes journalistisches Dickschiff, Zeit Online, bringt es auf 100.000 registrierte Nutzer. Und bei Spiegel Online, dem fast schon traditionsreichen News-Portal, sind auch immer mehr journalistische Angebote kostenpflichtig.

 

Der große Aufschrei der User blieb bisher aus. Das mag zum einen daran liegen, dass bei keinem Portal die Bezahlschranke von einem Tag auf den anderen heruntersauste. Paid Content kommt schleichend auf leisen Sohlen daher. Zum anderen kann die Überflutung mit News, die keine sind, aber mitunter von höchsten staatlichen Stellen stammen, den Wunsch nach verlässlichen, recherchierten Informationen befördern. Für Finanzierung und Fortentwicklung des Journalismus keine schlechte Entwicklung.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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