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09. Januar 2019
Journalistischer Nachwuchs

"Was mit Medien" ist vorbei

Im Interview mit Meedia berichtet Andreas Wolfers, Leiter der Henri-Nannen-Schule, von zurückgehenden Bewerberzahlen. Ist Journalismus als Beruf heute weniger attraktiv als vor ein paar Jahren?

Junge Journalisten bei Tarifrunde mit Verlegern: mäßiges Interesse bei Zeitungsbossen. Foto: Wolfgang Grebenhof

300 bis 500 Bewerber auf 18 Plätze: So sieht die Nachfrage nach einer Ausbildung an der renommierten Henri-Nannen-Schule (HNS) aus. Kein Wunder, dass Schulleiter Andreas Wolfers im Interview mit Meedia ein wenig stolz ist auf "seine" Schule. Dass er sich darauf nicht ausruht, sondern die Journalistenausbildung aktuellen Herausforderungen anpasst, ist Thema des Interviews.

 

Vor einigen Jahren lag die Zahl der Bewerber noch bei 800 jungen Leuten jährlich. Den Rückgang führt Wolfers darauf zurück, dass "die Gründe, weshalb ein junger Mensch sich lieber nicht auf das Abenteuer Journalismus einlassen will, im letzten Jahrzehnt nicht gerade weniger geworden" seien. Diejenigen, die es trotzdem versuchen, seien "die Leidenschaftlichen, die Unerschütterlichen, jene, die wissen, dass es keinen spannenderen Beruf gibt".

 

Damit ist klar: Der Berufswunsch "was mit Medien" gehört endgültig der Vergangenheit an. Die Gründe dafür lassen sich nur vermuten, wissenschaftlich erforscht sind sie (noch) nicht. Es mögen die Vorbehalte in großen Teilen der Gesellschaft gegen Journalisten sein, die täglichen Anfeindungen, denen Berichterstatter auf Demonstrationen ausgesetzt sind. Ob es auch die Bezahlung ist?

 

Einiges spricht dafür. Für Zeitungen in der Provinz wird es immer schwieriger, qualifizierte Bewerber für Volontariate zu finden. Ausbildungsredakteure und Verlagsleitungen klagen immer häufiger über ihre Probleme, gute Leute für ihre Redaktionen zu finden. In den Medienmetropolen ist dieser Trend noch nicht angekommen, aber Journalismus ist in den ländlichen Regionen mindestens so wichtig wie in den Großstädten. Diese Entwicklung wurde vom DJV in den Tarifverhandlungen mit den Zeitungsverlegern 2018 mehr als einmal thematisiert. Mit mäßigem Erfolg: Zwar sind Ausbildungsvergütungen und Gehälter für Jungredakteure überproportional angehoben worden, aber nichts deutet auf verschärfte Anstrengungen der Verlage hin, die Journalistenausbildung attraktiver zu machen, als sie ist.

 

Das aber wäre nötig, damit der Journalismus in der Berufswahl von jungen Leuten nicht zum Auslaufmodell wird.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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