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06. November 2019
Ungleiche Bezahlung

Dumm gelaufen für die BBC

Die BBC bemühte sich um Transparenz zur Bezahlung von Männern und Frauen. Angeblich sei alles besser geworden, behauptete der Sender. Eine Moderatorin klagte und fand Unglaubliches heraus.

Ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen findet sich in allen Berufen, auch bei Journalistinnen und Journalisten. Und offenbar auch in allen Ländern, zumindest in den westlichen Demokratien. Bei der britischen BBC sorgte die ungleiche Bezahlung landesweit bekannter Fernsehleute schon vor Jahren für Schlagzeilen. Einige männliche Spitzenverdiener verzichteten daraufhin auf einen Teil ihrer Einkünfte.

 

Der Sender veröffentlichte jetzt bunte Grafiken, die den Fortschritt beim Thema Bezahlung zeigen sollten: BBC-Mitarbeiterinnen verdienen durchschnittlich 7,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit nicht alle User sofort "Skandal" schrien, stellte der Sender Vergleichswerte daneben: 2017 lag die Ungleichheit bei 17 Prozent, 2018 bei knapp zehn Prozent.

 

Die frohe Botschaft vom lernenden Sender durchkreuzte indes eine Moderatorin mit einer Klage: Sie verlangt 750.000 Euro. Das soll die Differenz zum Einkommen eines Kollegen sein, der ein vergleichbares Format moderiert. Die BBC versucht sich damit herauszureden, dass die Klägerin nur in einem Nischenprogramm unterwegs sei. Als ob das weniger Arbeit bedeuten würde. Klar wurde jedenfalls, dass die netten Worte des Senders in eigener Sache wenig mit der Realität zu tun haben. Und dann kam auch noch eine Liste mit 120 Namen von Mitarbeiterinnen heraus, die 2017 die Ungleichheit im Sender angeprangert hatten. Dumm gelaufen für die BBC.

 

Dass Journalistinnen gleiche Bezahlung fordern, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Auch in Deutschland, wo das Entgelttransparenzgesetz Klarheit schaffen soll - was es jedoch im Medienbereich nicht tut. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, endlich die Weichen in Richtung Gleichbehandlung zu stellen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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