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29. Juni 2018
Schießerei in Redaktion

Die Saat geht auf

Trauer um die toten Kollegen der Capital Gazette. Für das schreckliche Attentat auf die Zeitungsredaktion trägt einer Mitverantwortung: US-Präsident Donald Trump.

Donald Trump: keine Krokodilstränen! Foto: The White House

Solche Journalistenhasser kennen Redaktionen in allen Ländern: Verbohrte Ignoranten, die nur ihre Sicht der Dinge gelten lassen und die alle unnachgiebig verfolgen, die ihre eingeschränkte Weltsicht nicht teilen. Das sind die Menschen, die in Deutschland vor Jahren begierig den Pegida-Schlachtruf "Lügenpresse" aufsogen und die seit Donald Trumps Wahlkampf auch hierzulande hasserfüllt "Fake News" rufen, wenn Medien nicht so berichten, wie es ihnen passt.

 

Im amerikanischen Annapolis führte der Hass auf Journalisten gestern zu einem Blutbad, als ein Mann die Redaktionsräume der Capital Gazette stürmte und fünf Menschen, vier davon Redakteure, erschoss. Wie inzwischen bekannt ist, lieferte sich der Attentäter über Jahre hinweg juristische Auiseinandersetzungen mit der Zeitung, weil er sich über deren Berichterstattung ärgerte. Es dauerte nicht lange, bis sich US-Präsident Donald Trump auf Twitter zu dem Attentat äußerte: Seine Gedanken und Gebete seien bei den Opfern und ihren Familien, schrieb er.

 

Trump sollte sich lieber fragen, welchen Anteil er an dem grauenhaften Verbrechen hat. Ob seine Fake News-Hassparolen, die er alle paar Tage gegen kritische Journalisten und ihre Medien schleudert, womöglich ein gesellschaftliches Klima geschaffen haben, das das Blutbad von Annapolis erst möglich machte.

 

Mister Trump, bitte keine geheuchelte Trauer und keine Krokodilstränen auf die Särge toter Journalisten!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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