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28. September 2018
Erdogan

Nicht willkommen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält sich zum Staatsbesuch in Berlin auf. Journalisten- und Menschenrechtsorganisationen sagen: Sie sind hier nicht willkommen.

Seit Donnerstagmittag kreisen Hubschrauber über dem Berliner Bezirk Mitte. Straßen sind abgesperrt, Gullideckel verschweißt, Spezialkräfte der Polizei in Position. Für den Gast aus der Türkei wurde die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen.

 

Ab 11 Uhr am heutigen Freitag sagen Journalisten- und Menschenrechtsorganisationen, was sie von Erdogans Staatsbesuch halten: Sie sind hier nicht willkommen. Reporter ohne Grenzen, der DJV, amnesty international und andere Organisationen laden zur Kundgebung auf den Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof ein. Für den DJV wird Bundesvorsitzender Frank Überall sprechen. Sie alle eint das Unverständnis darüber, dass Bundespräsident und Bundesregierung für Erdogan den "großen Bahnhof" machen. Ist er doch der Geiselnehmer von Journalisten, Anwälten, Wissenschaftlern, Richtern, Beamten. Die Menschenrechte müssen in den Mittelpunkt der Gespräche gerückt werden, die der Bundespräsident und die Kanzlerin mit Erdogan führen. Sonst wäre das diplomatische Zeremoniell eine Ohrfeige für all die unschuldig Inhaftierten in der Türkei.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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