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30. Oktober 2018
Ausweisung

Protest war erfolgreich

Der türkische Journalist Ertugul Adil Yigit darf in Deutschland bleiben - aus humanitären Gründen, wie die Hamburger Ausländerbehörde mitteilte.

Der Protest war unüberhörbar: Am Sonntag machte der in Hamburg lebende türksiche Journalist Ertugul Adil Yigit bekannt, dass er nach 36 Jahren Deutschland verlassen müsse. Im Januar 2019 sollte es soweit sein. Für uns vom DJV Anlass, um von der Bundesregierung zu verlangen, dass keine in Deutschland lebenden Journalisten an die Türkei ausgeliefert werden dürfen.

 

Umgehend kamen Kritiker aus der Ecke und behaupteten, die angebliche Ausweisung sei eine Falschmeldung, auf die der DJV reingefallen sei. Das waren die gleichen Leute, deren Lesevermögen nicht über die erste Zeile einer Pressemitteilung hinausreicht. Die anderen lasen, dass alle türkischen Journalisten hier bleiben sollten, denen zum Beispiel angebliche Nähe zur Gülen-Bewegung vorgeworfen wird.

 

Einen Vorwurf von Adil Yigit hatten wir uns von vornherein nicht zu Eigen gemacht: Er behauptete, seine Ausweisung stehe im Zusammenhang mit seiner Protestaktion in der gemeinsamen Pressekonferenz der Bundeskanzlerin und des türkischen Präsidenten bei dessen Deutschlandbesuch. Als ob im Rechtsstaat Deutschland eine Bundeskanzlerin in eine kommunale Ausländerbehörde durchregieren könnte.

 

Einige Stunden später stand fest: Der Kollege darf weiterhin in Hamburg bleiben - aus humanitären Gründen. Eine richtige Entscheidung!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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