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02. November 2018
Polen

Hart bleiben, Frau Bundeskanzlerin!

Der Besuch der Kanzlerin heute in Polen wird überschattet von massiven Vorwürfen nationalistischer PiS-Politiker gegen Medien in ausländischem Besitz. Vor allem die Titel mit deutschen Eigentümern hätten versucht, die Kommunalwahlen zu beeinflussen.

Angela Merkel: Hart bleiben! Foto: BPA

Die erste Runde der Kommunalwahlen lief für die nationalistische PiS-Partei anders als erhofft. Vor allem in den Großstädten und in den Grenzregionen zu Deutschland schnitt sie schlechter ab als erwartet. Die Schuldigen dafür stehen fest. Die polnische Regierung wirft den Medien in ausländischem Besitz vor, durch manipulative Berichterstattung Einfluss auf den Wahlausgang genommen zu haben. Besonders im Fokus stehen die Titel, an denen Springer und Ringier beteiligt sind.

 

Diese Blätter halten sich ihren regierungskritischen Kurs zugute. Er fällt immer stärker auf, weil andere Zeitungen und Zeitschriften und insbesondere die Rundfunksender immer zahmer mit der rechtslastigen Regierung und der Partei PiS umgehen. Kein Wunder, dass heute ein Bericht als radikal gilt, der in einer funktionierenden Medienlandschaft nur als kritisch bezeichnet würde.

 

Die Attacke gegen die Titel mit Springer-Eigentümerschaft kommen nicht von ungefähr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich heute in Polen zu Regierungsgesprächen auf. Die PiS-Politiker wollen also schon mal Stimmung machen. Die Kanzlerin ist erfahren genug, sich von dem Poltern nationalistischer Eiferer gegen die Pressefreiheit nicht beeindrucken zu lassen, hoffen wir.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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