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06. November 2018
Verschwörungstheorien

Ganz oben angekommen

Mit dem Rausschmiss von Hans-Georg Maaßen hat die Bundesregierung noch irgendwie die Kurve gekriegt. Der Fall zeigt, dass krude Verschwörungstheorien gegen Medien ganz oben angekommen sind.

Hans-Georg Maaßen: Kandidat fürs Dschungelcamp. Foto: Bundesamt für Verfassungsschutz

Verschwörungstheorien sind der natürliche Feind von Aufklärung und Fakten. Je mehr journalistische Angebote es gibt, je mehr recherchierte Informationen verfügbar sind, desto beharrlicher halten sich Verschwörungstheorien. Bei manchen Zeitgenossen deshalb, weil sie so schön einfach gestrickt sind in einer immer komplizierteren Gegenwart. Bei anderen wegen ihres Unterhaltungswerts. Und wieder andere hängen ihnen an, weil die Nachbarn und Arbeitskollegen auch so denken.

 

Die Causa Hans-Georg Maaßen hat bewiesen, dass Verschwörungstheorien in den höchsten Kreisen der Politik angekommen sind. Was er über Medien und Journalisten von sich gegeben hat, lässt sich nur noch als wirr und durchgeknallt bezeichnen. Seine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand war längst überfällig.

 

Journalisten brauchen an der Spitze des Verfassungsschutzes eine Persönlichkeit, die sich vehement für den Schutz der Verfassung, die die Pressefreiheit garantiert, einsetzt. Keinesfalls darf dort ein Präsident residieren, der durch seine Äußerungen die Verfassung beschädigt. Genau das hat Maaßen getan, und genau deshalb musste er gehen.

 

Ob er uns zukünftig wieder begegnet? Vielleicht. Entweder als Kandidat fürs Dschungelcamp oder als AfD-Wiedergänger. Aber vielleicht will er auch nur im Stillen seine Pension verzehren.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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