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27. November 2018
RTL-Dschungelcamp

Wird der Privatsender etwa politisch?

Mit Günther Krause könnte erstmals ein ehemaliger Minister ins RTL-Dschungelcamp einziehen. Für gescheiterte Politiker tun sich ganz neue Möglichkeiten auf.

Günther Krause: neue Prominenz? Foto: Ostsee-Zeitung

Bisher gab es klar gezogene Grenzen: Hier war die Politik, da die Unterhaltung durch die Privatsender. Kein Wunder, gelten doch Politiker, vor allem ehemalige, als wenig unterhaltsam, also als Quotenkiller. Und wenn das erst mal die Werbekunden spitz kriegen, ist die Hölle los.

 

Trotzdem halten sich beharrlich Gerüchte, dass Ex-Minister und Deutsche-Einheit-Verhandler Günther Krause ins RTL-Dschungelcamp einzieht. Günther wer? Ja, genau der Mann, der vor mehr als 28 Jahren mit Wolfgang Schäuble die Deutsche Einheit ausgehandelt und dann als Minister ins Kabinett von Helmut Kohl gezogen ist. Lange hielt er sich da nicht, versuchte mehrere Karrieren als Unternehmer, die alle in die Hose gingen.

 

So ganz in Vergessenheit ist Krause nicht geraten. Das beweisen nur schon ein paar Zeitungsüberschriften der letzten Monate: "Strafbefehl: Günther Krause im Bann der Neutrinos", "Ex-Minister Krause räumt illegal bewohntes Haus" oder "Kurzer Prozess in Potsdam: 5400 Euro Strafe". Und jetzt das Dschungelcamp? Würde irgendwie passen. Wenn das stimmte, wären die Skandal-Headlines quasi die Bewerbungsmappe des Ex-Ministers gewesen. Die Quote stellt schon Anforderungen. Für weitere Ex-Minister ist Krauses Sündenregister die Blaupause. Ins Dschungelcamp kommt schließlich nicht jeder.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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