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DJV Blog

07. März 2014
Tarifverhandlungen

Mangel an Coolness

Beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ticken die Uhren scheinbar anders als in Redaktionen und Pressestellen. In letzteren ist man gewohnt, aktuell zu arbeiten, Themen schnell zu bedienen und zu besetzen. Der Verlegerverband denkt dagegen scheinbar in größeren Zeitabständen. Anders ist nicht zu erklären, dass der BDZV geschlagene vier Wochen benötigte, um ein DJV-Tarifinfo zu kontern. Dafür aber gleich so, dass einem die Tränen kommen können.

 

Aber der Reihe nach: Am 5. Februar präsentierten die Verleger DJV und dju ihr "Tarifwerk Zukunft". Die Liste der Grausamkeiten hat der DJV am 7. Februar bekannt gegeben, gleichzeitig einen Vergleich zwischen altem und neuem Tarifvertrag auf die DJV-Homepage gestellt. Verfasser dieses Vergleichs: der BDZV. Vier Wochen lang tat sich auf der Verlegerseite nichts. Jetzt, kurz vor der achten Tarifrunde am Samstag in Hamburg, keilen die Verleger zurück und listen auf, wo DJV und dju angeblich falsch liegen.

 

Was soll das? Als vermeintliche Wahrheitsliebe kann die Replik nach vier Wochen nicht mehr gemeint sein. Ein PR-Coup, um in der Berichterstattung Land zu gewinnen? Möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, denn der BDZV agiert hier eher fundiert und zurückhaltend. Bleiben nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder hat BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf die Informationen von DJV und dju erst jetzt zur Kenntnis genommen und ist darüber so aus dem Häuschen, dass er seinen Verband aus allen Rohren schießen lässt, oder die Attacke ist das Vorspiel zur achten Tarifrunde. Das wäre ziemlich uncool. Am Samstagabend sind wir schlauer.

 

Hendrik Zörner


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