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06. März 2017
Berlin

Zahl der Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter wächst

Die Zahl der in Berlin tätigen Journalisten ist in den letzten Jahren weiter gewachsen. Das berichtet der JVBB auf der Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit und des RBB.

Lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Redaktion und Journalismus 2013 noch bei knapp 7.000, so sind es inzwischen fast 9.000. Die Zahl der Arbeitslosen im gleichen Segment schwankt seit 2007 zwischen rund  800 und 1.000. Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings wegen methodischer Unschärfen in der amtlichen Statistik durchgehend höher liegen, weil z.B. Ein-Euro-Jobber und Teilnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen nicht erfasst werden.

 

Die Entwicklung in der Öffentlichkeitsarbeit ist demgegenüber verhaltener: Während es seit 2013 einen ebenfalls deutlichen Zuwachs bei den Sozialversicherungspflichtigen von 2.700 auf 3.600 gegeben hat, ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Journalisten schon seit 2007 von 290 auf 450 angewachsen.

 

In Brandenburg ist die Medienbranche weit kleiner. 2016 waren hier gut 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Öffentlichkeitsarbeit registriert und gut 1.000 im Journalismus. Diese Zahlen sind seit 2013 weitgehend stabil.

 

Ein besonderer Blick gilt dem größten Ländergrenzen überschreitenden Medienbetrieb der Region, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg: Hier ist die Zahl der festangestellten Redakteure seit 2009 mit rund 300 Vollzeitpositionen konstant, während die Zahl der oft nur teilzeitbeschäftigten freien Mitarbeiter im gleichen Zeitraum deutlich gestiegen ist – von 591 auf 715 Personen. Rechnet man deren Beschäftigungszeiten in Vollzeitstellen um, so steigt die Zahl von 198 auf  252. Ein großer Teil der freien Mitarbeiter des RBB wird vom Sender sozialversichert. 

 

Seit 2007 sind zwei große Redaktionen nach Berlin gezogen: im März 2008 die BILD  mit rund 400 (nicht nur redaktionell) Beschäftigten und im September 2010 die Deutsche Presse-Agentur dpa. Die jüngste Kündigungswelle beim Berliner Verlag ist in die Zahlen noch nicht eingeflossen.

 

Da in der Kommunikationsbranche prekäre Beschäftigungsverhältnisse – schlecht bezahlt, nicht sozialversichert, selbständig oder scheinselbständig - sehr verbreitet sind, können die Zahlen dieser Übersicht nur einen ungefähren Eindruck von der Arbeitsmarktentwicklung vermitteln. Auch die Grenzen zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit sind fließend. So könnte beispielsweise das Segment der Unternehmens- und Verbandszeitschriften (Corporate Publishing) zum Wachstum im Bereich des Journalismus beigetragen haben.


Pressemitteilungen zu Fragen der Medienpolitik, Tarifauseinandersetzungen und Urheberrecht.
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