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26. September 2016
Verleger

Präsidenten ohne Skrupel

Wenn es um das Geschäft geht, kennen die Verbandspräsidenten der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger keine Skrupel. Kohle vor Ehre scheint das Motto von Mathias Döpfner und Hubert Burda zu sein.

Es ist erst ein paar Tage her, dass an dieser Stelle die Rede von der Redaktion der Zeitschrift Donna war, die Knall auf Fall vor die Tür gesetzt und durch einen billigeren Dienstleister ersetzt wurde. Konzernchef Hubert Burda wollte das so - all seinen Bekenntnissen zu Mäzenatentum und Gemeinwohlverpflichtung von Unternehmern zum Trotz. Und auch die besondere Rolle, die Burda als Präsident der Zeitschriftenverleger einnimmt, sieht er nicht als Hinderungsgrund für diese dreiste Form von Tarifflucht.

 

Vom nächsten harten Einschnitt bei Burda ist das Modemagazin Burda Style betroffen, befürchtet der Konzernbetriebsrat. Nach dessen Informationen nämlich sollen Teile der Heftproduktion ins Ausland verlagert werden. Das würde 22 Mitarbeiter den Job kosten. Noch schlimmer: Die Arbeitnehmervertreter fürchten, dass Donna und Burda Style erst der Anfang sind.

 

Burdas Kollege bei den Zeitungsverlegern, der Springer-Chef Mathias Döpfner, zieht derzeit nicht Journalisten den Schreibtisch unter den Händen weg, sondern die Einkommensverbesserungen, die ihnen der Tarifabschluss Tageszeitungen vom Sommer bescherte. Die sollen mit übertariflichen Zulagen verrechnet werden, die etliche Springer-Journalisten bekommen. Das bedeutet für viele von ihnen bis mindestens Ende 2017 Stillstand auf dem Gehaltszettel. Zur Begründung wird das Marktumfeld genannt - was auch immer Döpfner vor dem Hintergrund von Rekordgewinnen darunter verstehen mag.

 

Wie passen solche Entscheidungen mit der Tätigkeit in den Arbeitgeberverbänden zusammen, die immerhin Tarifpartner der Gewerkschaften sind und sich zu fairen Arbeitsbedingungen und Einkommen der Beschäftigten vertraglich verpflichtet haben? Gar nicht. Also liegt der Verdacht nahe, dass Burda und Döpfner ihre Ehrenämter an der Spitze von VDZ und BDZV als Feigenblätter benutzen, die diskret das eigene unternehmerische Rabaukentum verdecken sollen. Wie lange lassen sich die Arbeitgeberverbände das noch gefallen?

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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