RTL
DJV schockiert über Jobabbau
Der Deutsche Journalisten-Verband ist schockiert über die geplanten Stellenstreichungen bei RTL.
Das Management des Privatsenders will nach DJV-Informationen 600 Arbeitsplätze abbauen. Insgesamt 12 Prozent aller Jobs sollen wegfallen. Betroffen von dem Kahlschlag sind alle Unternehmensbereiche von RTL. Wie viele journalistische Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, ist noch unklar. Zur Begründung führen die RTL-Verantwortlichen starke Rückgänge im Anzeigengeschäft an. „Das ist eine Katastrophe für die Kolleginnen und Kollegen bei RTL und ihren Töchtern“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Es stehe zu befürchten, dass die journalistische Qualität Schaden nehme. „Es dürfte für die Redaktionen mindestens schwierig werden, das jetzige Niveau mit noch weniger Personal zu halten“, so Beuster.
Als „Lichtblick“ wertet der DJV-Vorsitzende die Konditionen für die RTL-Beschäftigten, die die Arbeitnehmervertreter mit der Geschäftsführung verhandelt haben. Wichtigster Punkt: Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden. Der bestehende Sozialplan soll erheblich ausgebaut werden. In Abhängigkeit von der Dauer der Betriebszugehörigkeit sollen freiwillig ausscheidende Mitarbeitende einen Bonus von bis zu 50.000 Euro erhalten. Außerdem ist der Wechsel in eine aktive Transfergesellschaft für bis zu einem Jahr möglich. Für Beschäftigte über 55 Jahren wird es eine sogenannte Rentenbrücke geben. „Das sind gute und wichtige Verhandlungsergebnisse im Sinne der Beschäftigten“, urteilt der DJV-Vorsitzende, „die den Jobkahlschlag zwar nicht rückgängig machen, aber die schlimmsten Auswirkungen lindern. Dafür danke ich den engagierten Verhandlern herzlich.“
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner
E-Mail: djv@djv.de