Chinesischer Nationalfeiertag
Kein Grund zu feiern
Der Deutsche Journalisten-Verband macht vor dem Hintergrund des chinesischen Nationalfeiertags am 1. Oktober auf das Schicksal von rund 500 inhaftierten Medienschaffenden aufmerksam.
„So lange Journalistinnen und Journalisten eingesperrt sind, die durch ihre Berichte Licht ins Dunkel des autoritären Pekinger Regimes bringen, gibt es keinen Grund, den Nationalfeiertag mit Pomp zu feiern“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Die demokratischen Regierungen Europas sollten es vermeiden, Diplomaten zu den Feierlichkeiten in China zu entsenden.
Prominentester Fall der Unterdrückung des kritischen Journalismus ist die Bürgerjournalistin Zhang Zhan, die 2020 aus dem Innern der Corona-Hochburg Wuhan berichtet hatte und seitdem in Haft sitzt. Erst kürzlich wurde ihre Haftstrafe um vier Jahre verlängert. Der Grund: Sie soll Streit gesucht und Aufruhr provoziert haben. Für ihre Freilassung hatte sich ein breites Bündnis von Medienorganisationen, darunter der DJV, sowie die Europäische Kommission eingesetzt. „Zhang Zhan ist ein leuchtendes Beispiel für mutigen und aufklärerischen Journalismus. Sie gehört sofort auf freien Fuß“, fordert der DJV-Vorsitzende. Gleiches gelte für die zahlreichen Journalistinnen und Journalisten in den chinesischen Gefängnissen.
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner
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