Gastbeitrag made by KI
Redaktionen sollten verzichten
Der Deutsche Journalisten-Verband rät Redaktionen dazu, auf Gastbeiträge von Politikern zu verzichten, wenn die Texte unter KI-Verdacht stehen.
Zuvor hatte der Spiegel enthüllt, dass Gastbeiträge von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) teilweise von Künstlicher Intelligenz verfasst worden sein sollen. Die Texte waren im Handelsblatt und in der FAZ veröffentlicht worden. Gastbeiträge unter KI-Einsatz hatte es auch von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt gegeben. „Als journalistisches Format wird der Gastbeitrag ad absurdum geführt, wenn der Roboter übernimmt“, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Leserinnen und Leser fragen sich dann, wieviel von dem geschriebenen Text noch authentisch ist. Ihre berechtigte Kritik an der automatischen Zeilenschinderei fällt uns Journalistinnen und Journalisten auf die Füße. Das können wir nicht gebrauchen.“ Der Anriss „Heute mit Gastbeitrag von Bundesminister XY“ eigne sich nicht länger als Werbebotschaft für das Medium, wenn eine KI-Autorenschaft nicht ausgeschlossen werden könne. Beuster: „Dann lieber gar nicht.“
Der DJV-Vorsitzende erinnert in dem Zusammenhang an die Forderung nach Einführung einer Kennzeichnungspflicht von künstlicher Intelligenz im Journalismus: „Die Mediennutzer haben ein Anrecht auf die Information, ob sie es mit menschen- oder maschinengemachtem Journalismus zu tun haben.“
Bei Rückfragen: Hendrik Zörner, djv@djv.de