Haftbefehl gegen FAZ-Korrespondenten
Wadephul muss russischen Botschafter einbestellen
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert Bundesaußenminister Johann Wadephul auf, den russischen Botschafter einzubestellen.
Anlass ist der Haftbefehl des Kreml gegen den FAZ-Balkankorrespondenten Michael Martens. Zugleich muss die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass der Journalist bestmöglich geschützt wird. „Ein Haftbefehl gegen einen Journalisten aufgrund der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit ist ein inakzeptabler Angriff auf die Pressefreiheit“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. „Außenminister Wadephul muss gegenüber dem russischen Botschafter unmissverständlich klarstellen, dass Deutschland die freie und unabhängige Berichterstattung von Journalistinnen und Journalisten schützt.“
Der DJV-Vorsitzende weist in dem Zusammenhang auf die immensen Risiken hin, die der Haftbefehl für den FAZ-Korrespondenten bedeutet: „Für Martens ist die Situation besonders brisant, weil er als Balkan-Korrespondent regelmäßig in Staaten Südosteuropas reisen muss. Da besteht die Gefahr, dass der Haftbefehl in Staaten mit engen Beziehungen zu Russland vollstreckt wird.“ Dazu dürfe es nicht kommen, so Beuster.
Michael Martens hatte auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić am 8. August in Belgrad gefragt, was Europa konkret tun könne, um der Ukraine dabei zu helfen, „mehr russische Soldaten“ zu töten. Die Formulierung löste heftige Reaktionen aus. Die FAZ bezeichnete die Frage anschließend als „missverständlich“.
Bei Rückfragen: Alexander Schaub, djv@djv.de
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