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Redaktionsgeheimnis

Weimer muss Recherchen über Weimer schützen

10.06.2026

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer Aufklärung über die mögliche Weiterleitung von journalistischen Rechercheanfragen an die Weimer Media Group.

Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Behörde des Bundesbeauftragten von Kultur und Medien in einer unbekannten Anzahl von Fällen Rechercheanfragen von Journalisten samt Absenderangaben an das Unternehmen weitergeleitet hat, an dessen Spitze Weimer vor seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr stand. Damit erfuhr die Weimer Media Group von den Recherchen und womöglich von dem Kenntnisstand der anfragenden Journalistinnen und Journalisten. Eine solche Praxis ist rechtswidrig. „Wen Journalisten im Rahmen von Recherchen kontaktieren, welche Fragen sie wem stellen und in welcher Reihenfolge sie das tun ist vom Redaktionsgeheimnis gedeckt“, stellt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster klar. „Das dürfte dem früheren Medienmanager Wolfram Weimer bestens bekannt sein.“ Es gelte der Grundsatz: „Der Kulturstaatsminister Weimer muss auch Recherchen über den Medienmanager Weimer schützen.“ Deshalb müssten die vom „Tagesspiegel“ erhobenen Vorwürfe unverzüglich aufgeklärt werden.

Irritiert zeigt sich der DJV-Vorsitzende darüber, dass Wolfram Weimer die Vorlage eines Gesetzentwurfs zur Einführung eines Presseauskunftsrechts auf Bundesebene laut „Tagesspiegel“ strikt ablehnen soll. Ein solches Gesetz sei nicht nötig, behaupte Weimers Behörde. „Jetzt ist es wohl an den Fraktionen von CDU/CSU und SPD, das seit vielen Jahren überfällige Gesetz auf den Weg zu bringen“, so der DJV-Vorsitzende. „Zur Not über den Kopf von Wolfram Weimer hinweg.“

Bei Rückfragen: Hendrik Zörner

E-Mail: djv@djv.de

Medienpolitik Presserechtlicher Auskunftsanspruch

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