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15. Dezember 2017
Jäkel hat Recht

Werbewirtschaft darf nicht Fake News fördern

Gruner + Jahr Chefin Julia Jäkel erneuert heute im Handelsblatt ihren Appell an die werbetreibende Wirtschaft zu mehr "Corporate Media Responsibility".

Julia Jäkel. Foto: Wikimedia Commons

 

Jäkel fragt, "was passiert gerade auf dem milliardenschweren Werbemarkt?" Ihre Antwort: "Unternehmen investieren einen großen Teil ihrer Werbegelder auf Google, Facebook und Amazon. Alle anderen Medien - und damit allen, die eigene Journalistische Inhalte erstellen - bleibt nur der immer kleiner werdende Rest." Die Folgen seien bedrohlich: "Die demokratische Öffentlichkeit droht zu veröden. Wenn der gesamte Journalismus in Deutschland ausgezehrt wird, entsteht eine Armut des Geistes, der Informiertheit und des Widerspruchs. Allein die Lügen werden nicht weniger, sondern mehr. Es gibt Schattengestalten, die auf diese Lage bereits sehnlichst warten." Am Beispiel der Webseite der "Epoch Times" macht sie deutlich, was in der Werbewirtschaft gerade schiefläuft. Dort nämlich finde sie Werbeanzeigen namhafter Autokonzerne, Handelunternehmen, Dienstleister, die damit zur Verbreitung von Fake News und Hate Speech beitrügen.

Damit spitzt Jäkel ihre Forderung vom September noch einmal zu. Damals hatte sie die Werbewirtschaft gefragt: "Wollen sie Medien unterstützen, die aufwendig recherchieren und für Transparenz und Pluralismus sorgen? Oder kanalisieren sie ihr Werbegeld auf Plattformen, die keine eigenen Inhalte produzieren und die sich sehr schwertun zu unterscheiden zwischen Wahr und Falsch."

Langfristig dürfte es der Glaubwürdigkeit großer Konzerne jedenfalls in der Tat schaden, wenn ihre Anzeigen im "falschen" Zusammenhang auftauchen. Es ist an der Zeit umzudenken. Jetzt ist die Chance da, neben Corporate Social Responsibility auch Corporate Media Social Responsibility walten zu lassen, Journalistenblogs und andere Werke einzelner Journalisten zu unterstützen, außerdem Verlage und Sender. Das gilt unabhängig davon, ob irgendwann alternative Finanzierungsmodelle für Journalismus dazukommen, und nutzt beiden Seiten.

Ein Kommentar von Eva Werner

 

  


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