Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Bildjournalisten

Urheberrecht

Fotoverbände und DJV mit heftiger Kritik bei Google

12.05.2017

Tacheles beim Gespräch in Berliner Filiale

Die neue Bildsuche von Google, bei der die Fotos in der Originalgröße angezeigt werden, verletzt die Rechte der Urheber. Die Buttons zum Teilen der Fotos auf sozialen Netzwerken und per Mail sorgen dafür, dass die Nutzer von Google zu urheberrechtlich fragwürdigem Umgang mit den Fotos verleitet werden. Es fehlt zudem jeder Hinweis auf den Urheber des angezeigten Fotos. Die Aussage in der Google-Bildsuche, dass die angezeigten Fotos "möglicherweise" urheberrechtlich geschützt seien, stellt die Dinge auf den Kopf: ganz im Gegenteil muss es heißen, dass die Fotos in der Regel geschützt sind. Die Nutzung der Fotos bei Google führt zu dramatischen Rückgängen der Besucherzahlen auf Seiten mit Bildern, weil die Nutzer die hochaufgelösten Bilder bei Google ansehen können und die Bildersuche als Bilderbuch benutzen, für das sie nichts zahlen müssen.

Diese und weitere Kritikpunkte waren Thema eines Gesprächs von Fotoverbänden und DJV mit Google am 9. Mai, das in der Berliner Niederlassung stattfand. Zugeschaltet aus den USA war auch die Chefin der Google Bildsuche.  Die Vertreter der Urheber sparten nicht an Kritik, mehrfach fiel der explizite Vorwurf des geistigen Diebstahls.

Von Seiten Googles wurde dabei nur wenig Entgegenkommen signalisiert. Zwar wurde betont, dass Google auch die Fotografen als Nutzer ansehe, denen man Nutzwert bieten wolle. Auch wolle man rechtswidriges Verhalten nicht fördern, könne daher überlegen, ob man Aufklärungsmaßnahmen über rechtliche Pflichten treffen müsse. Zudem sei zu überlegen, ob der Hinweis auf das Urheberrecht anders zu fassen sei.

Nach rund anderthalb Stunden wurde deutlich, dass Google das Gespräch als Einmalveranstaltung im Sinne einer Anhörung einstufen und in diesem Sinne ergebnislos beenden wollte. Die Vertreter der Fotoverbände und des DJV machten deutlich, dass eine zweite Runde und Fortsetzung der Gespräche notwendig sei, da es ansonsten auf Klageverfahren hinausliefe, daher wurde ein weiterer Termin in Aussicht genommen. Dieser soll möglichst innerhalb der kommenden zwei Monate stattfinden.


Michael Hirschler

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