Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
Mehr zum Thema

Bildjournalisten

Bildrecht

Kein Recht zur Fotografie bei Premiere von (Gewaltszenen-)Oper

15.03.2013

Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen


Bildjournalisten haben keinen Anspruch auf Fotoaufnahmen während der Premiere einer Oper. Das gilt selbst dann, wenn es um eine Aufführung mit Gewalt- und Vergewaltigungsszenen geht und sich zahlreiche Sänger und Sängerinnen deswegen krank gemeldet oder beschwert hatten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen am 13. März 2013 entschieden.

Das Gericht sah weder im Landespressegesetz noch dem neuerdings vom Bundesverwaltungsgericht als weitere Auskunftsgrundlage befundenen grundgesetzlichen Anspruch auf Presse- und Informationsfreiheit eine Grundlage für ein Recht zur Teilnahme. Das Presserecht gewähre nur einen Anspruch auf Auskunft, nicht auf Teilnahme, im Übrigen sei durch die Bereitstellung von Bildern der Proben und Mitteilung von Fakten der Informationspflicht Genüge getan.

Das Urteil folgt grundsätzlich den Leitlinien früherer Urteile, die einen Anspruch auf Aufnahmen während einer Aufführung abgelehnt hatten. Allerdings stellt sich im konkreten Fall die Frage, ob der besondere Umstand von besonders umstrittenen Handlungen auf der Bühne nicht Anlass hätte sein müssen, diese Rechtsprechung zu präzisieren. Denn es ist vollkommen unwahrscheinlich, dass die PR-Abteilung einer Oper besonders kontroverse Szenen fotografisch erfassen oder jedenfalls wirklich in einer Weise zur Verfügung stellen würde, die eine öffentliche Debatte bewirken könnte.

Richtiger wäre es sicherlich gewesen, angesichts der bemerkenswerten Umstände ein besonderes Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit zu bejahen und damit ein Recht zur Aufnahme ausnahmsweise zu gewähren.

(Aktenzeichen: 5 A 1293/11)


MH, hir@djv.de

News-Übersicht für Bildjournalisten

journalist.de

Bilder und ihre Folgen

02.10.12

Das französische Satireblatt Charlie Hebdo hat erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Mutiges Statement für Pressefreiheit, nur eine Provokation oder gar Profitdenken? Was Medienmacher sagen.

Knebelverträge

ZAPP-TV-Bericht zu Coldplay

28.09.12

Das Thema Knebelverträge für Bildjournalisten findet jetzt auch die Aufmerksamkeit der Medienberichterstattung.

Bildjournalisten

Rettungskräfte & Bildjournalisten: Zeit für Dialog

26.09.12

Die plakative "Rettungsknipser"-Aktion der DJV-Bildjournalisten während der photokina ist beendet. Die Debatte rund um die Aktion gibt Anlass, für mehr Dialog zu werben.

Namensnennung

Fotografen haben Namen: Ergebnisse jetzt online

21.09.12

Die Detailergebnisse der Auswertung 2012 sind jetzt online

Bildjournalisten

"Rettungsknipser"- Satire, um auf Probleme aufmerksam zu machen

21.09.12

Der Vorsitzende des DJV-Fachausschuss Bildjournalisten nimmt Stellung zu den Netzdiskussionen um die Satire-Aktion der DJV-Bildjournalisten während der photokina . ...

journalist.de

Konsequenz des Springer-Urteils für Freie

20.09.12

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass sich ein Verlag durchaus alle Nutzungsrechte an einem Werk sichern kann. DJV-Freien-Experte Michael Hirschler erklärt, wie man sich wehren kann.

journalist.de

Bilder des Monats

12.09.12

Jenke von Wilmsdorff kommt vom Theater und macht nun Reportagen. Er schlüpft für RTL in fremde Rollen und beschreibt, wie es ihm damit ergeht.

Knebelverträge

Film- und Fotoverbote für Journalisten: Die Reportage

12.09.12

Bei 3Sat ist jetzt der Bericht der "Kulturzeit" zu Knebelverträgen für Fotografen im Konzertbereich abrufbar.

photokina

DJV-Vorträge und Aktionen auf der photokina

12.09.12

Der DJV beteiligt sich - wie seit über 50 Jahren - mit einem Info-Stand und Vorträgen an der photokina.

News 361 bis 369 von 386
Newsletter

Cookie Einstellungen