Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

Bildjournalisten

Netzwerken für Journalisten

Warum es wichtig ist und wie es geht

08. Mz 2017

Wer heute noch glaubt, dass Netzwerken anrüchig ist, dem ist, mit Verlaub, eigentlich nicht mehr zu helfen.

Foto: Ghozt_Tramp, Wikipedia

Netzwerken gewinnt de facto für Journalisten zunehmend an Bedeutung. Denn wer kann heute noch sicher sein, dass er diesen einen Job bis zur Rente macht? Viele wollen das auch gar nicht. Es mag natürlich sein, dass einige wenige grandiose Journalisten auch so erfolgreich sind. Für die allerallermeisten gilt das aber nicht.

 

Was aber bedeutet netzwerken? Andere Journalisten treffen? Oder Politiker? Oder Menschen aus der freien Wirtschaft? Ja. Das alles - und noch viel mehr. DJV-Fachtagungen wie 24 Stunden Zukunft oder Besser online oder Frau macht Medien, Barcamps, Stammtische, Talks und politische Runden. Das gehört alles dazu.* Es geht dabei nicht darum, einfach Visitenkarten auszutauschen und dann sofort nach einem Job zu fragen, sondern Kontakte aufzubauen und sich dauerhaft auszutauschen, zu reden UND zuzuhören, offen und neugierig zu sein. Die Kunst ist, sich mit anderen langfristig und systematisch zu vernetzen. Geschicktes Eigenmarketing kann dabei natürlich nicht schaden.

 

Sind wir aber nicht alle schon online vernetzt? Reicht das nicht? Nein. Das reicht nicht. Facebook und Twitter, Instagram und Snapchat, Xing und LinkedIn haben ohne Frage ihre Bedeutung für Journalisten, können aber nicht den direkten Dialog ersetzen. Grund ist, dass es oft um Vertrauen geht, welches sich online nur schwer aufbauen lässt.

 

"Networking ist die Kunst, ein System interagierender, belastbarer Beziehungen aufzubauen und zu pflegen - also langfristige Landwirtschaft, nicht kurzfristige Jagd. Das ist weniger spektakulär, aber am Ende wesentlich effizienter und effektiver", schreibt Alexander Wolf in der Berlin Valley Nr. 19 (Titel: Hand in Hand).

 

Der freie Journalist und Blogger Timo Stoppacher bricht es in einem Blogbeitrag für "Fit für Journalismus" so herunter: "Es ist nicht so, dass ich bloß vom vielen Rumlabern auf Veranstaltungen einen Auftrag nach dem anderen kriege. Im Gegenteil: die Veranstaltungen kosten mich zunächst Zeit und manchmal auch Geld - zum Beispiel für die Eintrittskarten und die Anreise. Ich will gar nicht aufrechnen, wie viele Stunden ich dafür schon "investiert" habe, in denen ich ein gutes Buch hätte lesen können. Trotzdem ist es das wert! Die spannendsten und lukrativsten Aufträge als freier Journalist habe ich bekommen, weil ich Menschen kenne und weil andere Menschen wissen was ich mache."

 

Was beide meinen: Um an Jobs zu gelangen, ist Netzwerken im realen Leben (und online) extrem wichtig. Je früher dies geschieht, desto besser. Die Wirkung entfaltet sich langfristig. Mit Sicherheit.

 

Los geht's! Wir sehen uns.

 

Ein Kommentar von Eva Werner 

 

*Randnotiz: Netzwerken bedeutet für Journalisten natürlich ausdrücklich nicht, dass sie sich mit Politikern oder Konzernen o.ä. verbrüdern sollen ohne die nötige Distanz zu wahren.

 

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