Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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Journalist werden

Tipps und Infos für den Einstieg in den Beruf

Sie wollen Journalist oder Journalistin werden? Lesen Sie im folgenden Informationen zu verschiedenen Aspekten rund um die Journalistenausbildung und Berufschancen für angehende Journalistinnen und Journalisten, die wir immer wieder aktualisieren.

Michael Klehm, DJV-Bildungsreferent

Journalismus - nach wie vor erstrebenswert

Noch immer werden deutlich mehr junge Leute ausgebildet als der Markt tatsächlich braucht. Vor allem an den Hochschulen hierzulande gibt es sehr, sehr viele Ausbildungsgänge.  

 

Der Beruf ist aber deshalb nach wie vor erstrebenswert, weil er Freiheiten bietet, die man sonst kaum findet. Nicht nur hat man häufig die Chance, Themen vorzuschlagen und über Themen zu schreiben und sprechen, die einem wirklich am Herzen liegen. Journalisten haben zudem eine ganz besonders wichtige, gesellschaftlich relevante und verantwortungsvolle Aufgabe: Missstände in Staat und Gesellschaft aufzudecken. Sie werden daher auch oft als vierte Macht im Staat bezeichnet. 

Wer heute wirklich in den Beruf will, Durchhaltevermögen und Flexibilität beweist, Neugier mitbringt und die Fähigkeit hat, Menschen zum Reden zu bringen, der hat gar nicht so schlechte Karten. Es schadet auch nicht, wenn man gerade Sätze schreiben kann, selbst wenn man zu Radio oder Fernsehen will. 

Die Chance auf ein Volontariat oder sogar einen Platz an einer renommierten Journalistenschule ist sogar wieder um einiges höher als noch vor ein paar Jahren. Vor allem in den ländlichen Regionen ist es mittlerweile für die Verlage gar nicht mehr so einfach, überhaupt geeignete Bewerber zu finden. Dabei ist die Lokalzeitung, die natürlich mulitmedial arbeiten sollte, nach wie vor kein schlechter Einstieg in den Beruf. Wer also eine gewisse Bereitschaft zum Umzug mitbringt, hat gute Karten nach dem Studium gleich als Volontär loslegen zu können. 

Journalismus erlebt zudem dank Trump und Co. gerade wieder einen Aufwind. Die Menschen wollen, gerade wenn sie das Gefühl haben, dass jemand sie für dumm verkaufen will, wissen, was wirklich Sache ist. Dafür wenden sie sich an die Journalisten, die nach wie vor eine hohe Glaubwürdigkeit genießen. 

 Einen Königsweg in den Beruf gibt es nicht. Naturwissenschaftliche und mathematische Kenntnisse sind im Zeitalter der Digitalisierung allerdings besonders wertvoll. Es genügt für Journalisten nicht mehr, einfach mit Block und Stift loszuziehen und Geschichten aufzuschreiben. Journalisten müssen jetzt vor Augen haben, wie man Geschichten online am besten erzählt und welches Handwerkszeug man dafür braucht. 

 Wer nach den ersten Praktika schon genau weiß, dass er Journalist werden will, kann auch gleich nach dem Abitur versuchen, ein Volontariat  zu ergattern. Insgesamt wird ein Studium für den weiteren Karriereweg aber hilfreich sein. Ob man vor oder nach dem Volontariat studiert, spielt jedoch keine Rolle. 

 Sicherlich ist es nicht verkehrt, Journalistik an einer der renommierten Hochschulen zu studieren. Man kann natürlich auch Geisteswissenschaften studieren, muss aber wissen, dass man dadurch sicher kein Alleinstellungsmerkmal in der Branche hat. Journalisten, die coden können, oder auch Datenjournalisten sind dagegen derzeit besonders gefragt. 

Wer einen Platz an einer der renommierten Journalistenschulen ergattert, kann sich freuen. Die Plätze sind aber rar. Es ist auch nicht mehr so, dass die Festanstellung danach sicher ist. Auch von Absolventen dieser renommierten Einrichtungen hören wir immer wieder, dass sie danach erstmal auf der Suche nach einem geeigneten Job sind, egal ob  freiberuflich oder festangestellt. Während aber noch vor einigen Jahren vielfach die sogenannte „eierlegende Wollmilchsau“ gefordert wurde, werden jetzt Rufe nach Spezialisierung laut.

Autorin: Eva Werner

Bewerbungen: Worauf achten?

Zehn Fragen an Gudrun Bayer, Betreuerin der Volontärs-Ausbildung bei den Nürnberger Nachrichten. Liebe Frau Bayer, erst einmal vorab: Wie viele VolontärInnen stellen Sie jährlich ein? 

Gudrun Bayer: Der Verlag Nürnberger Presse stellt zurzeit im Schnitt vier Volontäre im Jahr ein, immer im November. Die Volontäre werden bei uns von Chefredaktion, Verlagsleitung und mir im Team ausgesucht. Wir bilden nach Bedarf aus und rechnen diesen aktuell für den Herbst 2017 noch aus. Bis vor etwa zwei Jahren bekamen wir immer rund 150 Bewerbungen für die Volontariate. 2016 ging diese Zahl deutlich zurück. In diesem Jahr erreichten uns nur noch etwa 60 Bewerbungen, obwohl wir das Volontariat in diesem Jahr erstmals online beworben haben. Mit in unseren Volontariatskursen sitzen auch die Volontäre der Nürnberger Zeitung, von nordbayern.de und der Stadt Nürnberg, die werden aber nicht über uns eingestellt. Da wir nur nach Bedarf ausbilden, sind die Übernahmechancen sehr hoch. Die Volontäre, die im November 2015 begannen und eigentlich bis Oktober 2017 einen Volontariatsvertrag hatten, wurden alle schon zum 1. April 2017 als Redakteure übernommen.

Wie sollten Anschreiben und Lebenslauf aussehen? 

Gudrun Bayer: In diesem Jahr gab es bei uns erstmals die Möglichkeit, sich online zu bewerben. Niemand hat sich mehr anders beworben, obwohl das noch möglich gewesen wäre. Die Umstellung war also überfällig. Wir achten dadurch jetzt mehr auf Gestaltung als früher. Wichtigstes Kriterium ist aber nach wie vor die Übersichtlichkeit. Arbeitsproben - zum Beispiel auch Videos - können jetzt als Links geschickt werden. Ich kann noch nicht sagen, welche Anforderungen wir nächstes Jahr an die Bewerber haben. Vor drei Jahren hätte ich noch eine Aussage für die letzten 20 Jahre machen können. Diese Zeiten sind aber vorbei. Jetzt ändert sich alles rasend schnell. Vielleicht fordern wir nächstes Jahr auch noch Bewerbungsvideos. Wer weiß. 

Brauchen BewerberInnen eine eigene Domain?  

Gudrun Bayer: Eine eigene E-Mail-Domain und Website brauchen Bewerber nicht. Mir ist ganz egal, von welchem Anbieter die E-Mail-Adresse ist. Der E-Mail-Name kann auch etwas Lustiges sein. Das stört mich gar nicht.

Welche Rolle spielen Bewerbungsfoto und Aussagen zum Familienstand?

Gudrun Bayer: Das Foto und auch den Familienstand schaue ich mir immer an. Ob das noch zeitgemäß ist, kann ich nicht beurteilen. Aber auch der Familienstand sagt etwas aus über den Menschen. Journalismus braucht einfach eine Mischung verschiedener Charaktere, Leute mit Ecken und Kanten. In der Bewerbung suche ich überall Aussagen über die Menschen, werte aber nicht.  

Welche Zeugnisse sind nötig? 

Gudrun Bayer: Das Abizeugnis ist für mich wichtiger als Praktikumszeugnisse, die ich aber auch sehen will. Ich schaue beim Abizeugnis besonders auf die Noten in den Naturwissenschaften und in Mathe, weniger auf die Deutschnote. Ich sehe ja, wie einer schreibt. Aber ich will wissen, ob jemand auch strukturiert denken und sich strukturiert mit Themen auseinandersetzen kann. Das Abizeugnis möchte ich deshalb auch dann sehen, wenn es auch ein Studienzeugnis gibt.

Welche Bewerbungen werden gleich aussortiert?

Gudrun Bayer: Ich will jede Bewerbung lesen, finde jede einzelne Bewerbung interessant. Es ist lehrreich und spannend zu sehen, wer gerne Journalist bei der Tageszeitung werden möchte. Jeder Bewerber hat auch das Recht, dass man sich mit der Bewerbung befasst, finde ich. Negative Schlüsselmomente sind allerdings Rechtschreibfehler. Ein Tippfehler passiert mir in einem Chat auch schon mal, aber bei so etwas Wichtigem wie einer Bewerbung geht das nicht. Schwierig ist auch, wenn jemand die Zeitung falsch adressiert, also Nürnberger Zeitung statt Nürnberger Nachrichten schreibt, oder gar Süddeutsche Zeitung. Persönlich mag ich es auch nicht besonders, wenn Zitate am Anfang stehen. Das ist allerdings eine Geschmacksfrage. Ich will aber nicht wissen, was Goethe gesagt hat, sondern was der Bewerber zu sagen hat. Wichtig ist mir auch, dass die Ausschreibung genau gelesen wird, bevor die Bewerber darauf antworten. Wenn Angaben zum Führerschein gefordert sind, sollten diese auch im Schreiben enthalten sein. Ich verstehe nicht, warum einige dies nicht tun. Ich muss das wissen, wenn jemand zum Beispiel in der Fränkischen Schweiz eingesetzt werden soll. Auch wenn jemand keinen Führerschein hat, können wir eine Lösung finden. Aber es muss da stehen.

Sehen Sie sich die Social Media Profile der BewerberInnen an?

Gudrun Bayer: Ich will eigentlich nur wissen, ob jemand Social Media professionell nutzt. Wer professionelle Social-Media-Erfahrung hat und das angibt, dessen professionellen Auftritt sehe ich mir an, wenn er in die engere Wahl kommt. Private Facebookprofile sehe ich mir nicht an. Ich mag diese Big Brother Mentalität nicht besonders. Partybilder wären für mich ohnehin kein Problem. Wenn uns allerdings auffiele, dass ein Bewerber sich so äußern würde wie jüngst Eishockey-Torwart Thomas Greiss, der Hilary Clinton mit Hitler verglich, würde das natürlich schon negativ ins Gewicht fallen. Wichtig ist mir aber vor allem, wie sich ein Bewerber in seinen Artikeln darstellt. 

Sollte man Referenzen angeben? 

Gudrun Bayer: Empfehlungsschreiben sind gelegentlich dabei. Sie spielen bei uns zwar eine untergeordnete Rolle, aber ich finde sie gut. Manchmal kontaktiere ich jemanden, der angegeben wurde, wenn ich in einer bestimmten Situation schwanke. Da frage ich dann aber nicht: „Waren Sie zufrieden oder nicht?" sondern ich frage, wenn jemand zum Beispiel in die Sportredaktion soll, ob er als sportaffin eingeschätzt wird. 

Was ist beim Bewerbungsgespräch wichtig?

Gudrun Bayer: Wichtig ist schon bei der Bewerbung und auch im Bewerbungsgespräch, dass sich der Bewerber mit der Firma auseinandergesetzt hat. Das fehlt mir ab und zu. Wer sich bei uns bewirbt, der sollte die Unterschiede zwischen Nürnberger Nachrichten, Nürnberger Zeitung und Nordbayern.de kennen. Und wer im Bewerbungsgespräch zum Beispiel sagt, dass er auf unsere Kommentare steht, dann aber unseren Kommentar vom Tag des Bewerbungsgesprächs und vom Vortag nicht kennt, der irritiert mich. Generell ist wichtig, dass der Bewerber authentisch ist und dass er sich genau überlegt, was er sagt. Nicht gut kommt es an, wenn der Bewerber zu spät kommt. Das passierte schon. Ein verspäteter Bewerber bat einmal die Chefredaktion, für ihn bei der Verlagsleitung, wo er hinsollte, auszurichten, dass er später kommt. Das geht natürlich nicht.  

Welche Rolle spielt die Kleidung?

Gudrun Bayer: Die Klamottenwahl spielt keine so große Rolle. Komisch ist nur, wenn man merkt, dass jemand etwas anhat, was er sonst nie anhat. Aber Ausschlusskriterium war so etwas bis jetzt noch nie. Ich bin auch relativ tolerant. Wir wollen ja Typen in den Redaktionen. Ich freue mich über Buntes und Vielfalt und Piercings. Es ist aber natürlich auch nicht so, dass man ohne Piercing nicht hip genug für uns wäre.

Das Interview führte Eva Werner.

Das Arbeits-/Volozeugnis: Worauf es ankommt

Bevor ein Arbeitsvertrag (auch ein Volontariat!) endet, empfehlen wir allen  Journalistinnen und Journalisten, sich genau mit dem Thema Zeugnis zu befassen. Es lohnt sich, unsere Infos hier und weitere Fachliteratur zu lesen. Schließlich entscheidet das Zeugnis oft ganz entscheidend über die weitere Karriere. Man muss ein Zeugnis nicht einfach so hinnehmen!

Es ist wichtig zu wissen: Alle Journalistinnen und Journalisten mit einem Arbeitsvertrag (auch Volos!) haben ein Recht darauf, sich das Gelernte und Geleistete bescheinigen zu lassen. Das gilt auch für arbeitnehmerähnliche Freie in dauerhaftem Dienstverhältnis. Alle Aufgabenbereiche, die abgedeckt wurden, müssen darin erwähnt sein.

Der DJV empfiehlt zudem, auf einem qualifizierten Zeugnis mit Leistungs- und Verhaltensbeurteilung zu bestehen. Wichtig auch: Der Arbeitgeber muss nicht zwingend selbst unterschreiben. Er kann auch einen Mitarbeiter beauftragen, der den Volontär, Pauschalisten oder Redakteur kompetent beurteilen kann. Das Dokument muss auf üblichem Firmen-Briefpapier gedruckt werden. Es darf geknickt werden, aber nur, wenn es kopierfähig bleibt. Knicke dürfen sich nicht durch Schwärzungen auf den Kopien bemerkbar machen.

Hier gibt es mehr dazu.

Autorin: Eva Werner

Ergebnisse der IQ-Umfrage zum Einstieg in den Beruf

Wie steht es um das journalistische Volontariat? Die Initiative Qualität im Journalismus (IQ) ging im September 2016 der Frage nach.

Volontärinnen und Volontäre wurden nach Vorbildung, Ausbildungsgang, Bezahlung, Meinungen und Perspektiven gefragt. 390 Volontärskursteilnehmer aus ganz Deutschland beteiligten sich im ersten Halbjahr 2016 an der Umfrage.

Fast 96 Prozent dieser Volontärinnen und Volontäre haben studiert, gut 90 Prozent das Studium auch erfolgreich beendet. Mehr als 40 Prozent dieser Hochschulerfahrenen studierten Geisteswissenschaften, knapp 37 Prozent absolvierten ein Studium mit Medienbezug. Als Freie arbeiteten fast 60 Prozent der Volontäre vor dem Volontariat und teils während des Studiums.

Ein Ergebnis überrascht allerdings und dürfte auf eine neue Entwicklung deuten: Rund 35 Prozent des Nachwuchses gaben an, vor dem Volontariat keine journalistischen Erfahrungen als freie Mitarbeiter gesammelt zu haben.

Weitere Infos hier.

Frühzeitig Kontakt zur Praxis und nicht auf nur einen Weg festlegen

Eine spezielle Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Den Berufsinteressenten stehen viele Wege offen: eine zweijährige Ausbildung („Volontariat“) bei Presse, Rundfunk, Online-Redaktion oder Agentur vor oder nach einem beliebigen Fachstudium oder ein Journalistik-Studium oder der Besuch einer Journalistenschule, Bachelor - und Masterstudiengänge mit dem Nebenfach Journalistik. Der Ansturm auf den Journalismus ist nicht mehr ganz so groß wie noch vor wenigen Jahren, aber nach wie vor besteht ein erhebliches Überangebot an Bewerberinnen und Bewerbern. Das hat zumindest bei den renommierten Ausbildungsstätten zu einer strengen Auswahl geführt.

Folglich gibt es keine Patentrezepte für den erfolgreichen Start in den Beruf. Journalistische Motivation, Interesse an vielfältigen Kontakten mit anderen Menschen, Aufgeschlossenheit für neue Themen, Gefühl für Sprache, Spaß am Lernen und die Fähigkeit, Sachverhalte rasch analysieren und anderen verständlich vermitteln zu können – diese persönlichen Qualifikationsmerkmale allein reichen nicht aus, um journalistisch tätig zu sein. Die Entwicklung im Journalismus und seine gesellschaftliche Bedeutung machen vielmehr eine fundierte schulische und akademische Ausbildung notwendig.

Gleichzeitig ist – parallel zu Schule und Studium – ein früher Kontakt zur Praxis zu empfehlen. Berufsinteressenten sollten ihre Vorstellungen vom Beruf mit dem journalistischen Alltag in Lokalredaktionen vergleichen. Denn dort beginnt für die meisten Journalistinnen und Journalisten das Berufsleben, und dort arbeitet die größte Berufsgruppe im Journalismus.

Wer das Gespräch mit Lokaljournalisten sucht, erhält von ihrer Arbeit und ihren Aufgaben einen ersten Eindruck, der durch Redaktionsbesuche vertieft werden kann. Möglicherweise entwickelt sich daraus eine freie Mitarbeit. Mit solchen Startversuchen hat man meist in kleinen Außenredaktionen (Anmerk. 1 unten) mehr Glück als in den Lokalredaktionen von Universitäts- und Großstädten.

Wer sich nach solcher „Schnupperphase“ bewusst für den journalistischen Beruf entscheidet, sollte mehrgleisig vorgehen und alle Ausbildungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Obwohl die Bewerberzahlen häufig entmutigen: Der Versuch, an einer Journalistenschule anzukommen oder ein grundständiges Journalistik-Studium zu beginnen, schadet nicht. Manchmal klappt es im zweiten oder dritten Anlauf. Auch Stellenanzeigen im DJV-Medienmagazin journalist, Online-Bewerbungen und mit Arbeitsproben versehene persönliche Schreiben an Chefredaktionen sind nicht aussichtslos, wenngleich Tageszeitungen sich ihre Volontärinnen und Volontäre häufig aus dem Kreis eigener freier Mitarbeiter/innen holen. Bei einigen Verlagen existieren lange Wartelisten für Volontariatsplätze, und eine dem Volontariat vorangehende mehrjährige freie Mitarbeit ist die Regel: Laut einer jüngeren Untersuchung haben 85 Prozent der Volontäre zuvor als Freie gearbeitet – und das durchschnittlich länger als dreieinhalb Jahre.

1) Anschriften aller Zeitungen – geordnet nach Titeln und Erscheinungsorten – sind im "STAMMLeitfaden für Presse und Werbung" bzw. im "Zimpel – Die deutschen Vollredaktionen, Teil 1: Zeitungen, Teil 2: Zeitschriften" in jeder Bibliothek einzusehen.

Autorin: Ulrike Kaiser

Vorsicht bei dubiosen Angeboten

Vorsicht ist geboten: Manche freien Mitarbeiter/innen werden als billige Hilfskräfte missbraucht. Viele Redaktionen sind unterbesetzt, und Medienunternehmen arbeiten aus Kostengründen mit unterbezahlten Freien oder unbezahlten Praktikanten, denen ein Volontariat in Aussicht gestellt wird. Eine spätere Ausbildung ist damit aber keinesfalls garantiert.

Zudem Vorsicht bei dubiosen Angeboten einer „Journalistenausbildung“ außerhalb der Medien oder einer vermeintlichen Ausbildung, die den Begriff „Volontariat“ meidet: Un- oder unterbezahlte Hospitanzen, Praktika oder Pauschalverträge, die von einzelnen Pressebüros, Anzeigenblättern, Pressestellen, Online-Redaktionen, aber auch von Zeitungen und Privatsendern angeboten und als „Journalistenausbildung“ verkauft werden, mögen auf den ersten Blick besser sein als gar nichts. Eine Schmalspurausbildung bindet jedoch an den jeweiligen Arbeitgeber und führt damit zu Abhängigkeiten, die weder im Interesse des Einzelnen noch der Journalisten und ihres Publikums insgesamt liegen. Der DJV und seine Landesverbände geben im Einzelfall Auskunft über konkrete Vertragsangebote oder potenzielle Ausbildungsstellen.

Autorin: Ulrike Kaiser

Dozent hält einen Vortrag

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