Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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DJV-Lexikon: Deutscher Journalisten-Verband

Der Deutsche Journalisten-Verband ist Gewerkschaft und der Berufsverband der Journalistinnen und Journalisten. Er organisiert rund 34.000 Mitglieder. Zu seiner Mitgliedschaft zählen angestellte und freie Mitarbeiter von Medien.

Übersicht

Der DJV ist als Gewerkschaft die tarifliche Vertretung seiner angestellten und freien Mitglieder in den Medien. Zu den Tarifverträgen zählen Vereinbarungen bei Tageszeitungen, Zeitschriften, an Rundfunkanstalten und im Privatfunk.

Der DJV kann für freie Journalisten, die als arbeitnehmerähnlich gelten, Tarifverträge schließen. Solche Tarifverträge bestehen im Bereich der Rundfunkanstalten und an Tageszeitungen.

Der DJV vertritt als Berufsverband die Interessen von freien Journalisten, die nicht arbeitnehmerähnlich sind, indem er auf Grundlage des Urhebervertragsrechts Vergütungsregeln in den Medien fordert und abschließt. Im Jahr 2010 wurden Vergütungsregeln für freie Journalisten an Tageszeitungen vereinbart. Verhandlungen über Vergütungsregeln an Zeitschriften dauerten auch 2012 noch an.

Als Berufsverband setzt sich der DJV auch bei der Politik für angemessene Arbeitsbedingungen von Redakteuren und freien Journalisten ein. Dazu gehört auch der Einsatz für das Zeugnisverweigerungsrecht, für strenge Voraussetzungen bei Durchsuchungen von Redaktionsräumen und Büros freier Journalisten und die Kritik der Telekommunikationsüberwachung sowie Vorratsdatenspeicherung.

Der DJV leistet seinen Mitgliedern als Gewerkschaft und Berufsverband beruflichen Rechtsschutz und erbringt berufsbezogene Rechtsberatung. Bundesverband sowie Landesverband bieten ihren Mitglied Zugang zu kostenlosen oder vergünstigten Weiterbildungsangeboten, die entweder durch den Verband selbst oder von ihm (zum Teil mit Partnern) errichtete Journalistenschulen und –akademien erbracht werden. Der DJV gibt eine Monatszeitschrift, den journalist heraus, der über berufliche Themen und natürlich auch die Aktivitäten des DJV informiert.

Struktur

Der DJV-Bundesverband hat 17 Landesverbände als direkte Mitglieder. Die Landesverbände sind untereinander und im Verhältnis zum Bundesverband unabhängig. Höchstes Gremium des DJV ist der jährlich stattfindende Verbandstag; zwischen den Verbandstagen tagt alle zwei Monate der DJV-Gesamtvorstand. Der DJV-Bundesverband wird vertreten durch den Bundesvorstand. Der Bundesvorstand beschäftigt eine Geschäftsstelle an den Standorten Berlin (Sitz des DJV) und Bonn. Die Landesverbände haben eigenständige Geschäftsstellen, die ihren Sitz im Regelfall in den Landeshauptstädten ihres Bundeslandes haben.

Grundsätzlich befindet sich in jedem Bundesland ein eigenständiger Landesverband des DJV. Die Mitgliedschaft in einem Landesverband ist allerdings weder an den Wohnsitz noch an den Arbeitsort des Mitglieds gebunden. In den Bundesländern Berlin und Brandenburg existieren seit 2005 drei Landesverbände, der DJV-Landesverband Berlin, der Journalistenverband Berlin-Brandenburg und der DJV-Landesverband Brandenburg. Der Grund der Gründung des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg waren Meinungsverschiedenheiten über Abläufe bei Wahlen in den anderen Landesverbänden. Nach einigen Jahren streitiger Auseinandersetzungen haben der DJV-Landesverband Berlin und der Journalistenverband Berlin-Brandenburg vor einiger Zeit angekündigt, eine Vereinigung in Betracht zu ziehen.

Geschichte

Der DJV wurde 1949 gegründet. In den alten Bundesländern wurden 1946 die ersten seiner Landesverbände gegründet. In den neuen Bundesländern wurden – mit Ausnahme von Ostberlin, für das der DJV Berlin die Zuständigkeit übernahm – im Jahr 1990 neue Landesverbände errichtet.

Bundesvorstand

Der aktuelle Bundesvorsitzende des DJV ist Frank Überall. Seine Stellvertreter sind Kathrin Konyen und Wolfgang Grebenhof. Als Beisitzer sind tätig Christoph Holbein, Peter Jebsen und Anne Jacobs. Schatzmeisterin ist Katrin Kroemer.

Der Deutsche Journalisten-Verband lebt von der ehrenamtlichen Arbeit seiner Mitglieder in seinen Gremien.
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