Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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DJV-Lexikon: Werkvertrag

Wenn ein freier Journalist mit einem Auftraggeber zusammenarbeit, kann es sich um einen Werkvertrag handeln oder einen Dienstvertrag.

Merkmale

Die wichtigsten Besonderheiten des Werkvertrags sind: Die Journalistin/der Journalist schuldet die Fehlerfreiheit des Werkes. Ist es fehlerhaft, muss er grundsätzlich zuerst nachbessern, gegebenenfalls neu herstellen. Erst wenn dies nicht möglich ist und nach Ablauf einer gesetzten Frist kann das Medienunternehmen Rückgängig machung des Vertrages verlangen. Es braucht also die vereinbarte Vergütung nicht zu zahlen.

Bei teilweiser Brauchbarkeit (z.B.: der abgelieferte Nachrichtenfilm kann noch umgeschnitten und durch weiteres Material ergänzt werden) kann das Medienunternehmen das vereinbarte Honorar entsprechend kürzen. Dabei sind die Verwendbarkeit des brauchbaren Teils für den vertraglich angestrebten Zweck, die notwendigen Aufwendungen (Kosten) des Journalisten und der Umfang der geleisteten Arbeit zu berücksichtigen.

Ist die Lieferung von mehreren Teilstücken vereinbart und nur ein unwesentlicher Teil fehlerhaft, kann die Zahlung aber nicht komplett verweigert werden.

Abnahme und Zahlungspflicht

Ein bestelltes Werk (Artikel/Foto) muss, wenn es auftragsgemäß abgeliefert wurde, vom Medienunternehmen auch abgenommen werden. Mit der Abnahme wird die vereinbarte Vergütung - das Honorar - fällig. Ob das Unternehmen den bestellten Beitrag druckt, sendet oder in einer anderen Form veröffentlicht, ist für die Vergütungspflicht unerheblich. Es empfiehlt sich, dem Unternehmen eine Frist zu setzen, innerhalb derer die Abnahme zu erfolgen hat bzw. dass sie als erfolgt gilt, wenn die Frist verstrichen ist. Ist ein Auftrag erteilt oder ein Beitrag zur Veröffentlichung angenommen worden, ist das Honorar in jedem Fall und in der Höhe zu zahlen, die für den Fall der Veröffentlichung vereinbart wurde.

Kündigung des Auftrags vor Fertigstellung

Das Medienunternehmen kann bis zur Vollendung des Werkes den Vertrag jederzeit kündigen. Kündigt es, so kann der freie Journalist aber die vereinbarte Vergütung verlangen. Von der vereinbarten Vergütung muss er in einem solchen Fall allerdings das abziehen, was er an Aufwendungen (Kosten) dadurch spart, dass er das Werk nicht mehr fertig stellen muss.