Deutscher Journalisten-verbandGewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten
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Corona: Brief des Bundesvorsitzenden an die Mitglieder

Frank Überall, Bundesvorsitzender (Foto: Werner Siess)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Corona-Krise stellt die gesamte Menschheit vor bislang ungeahnte Herausforderungen. Zu allererst und am meisten die Erkrankten, dann die Pflegekräfte und alle, die zum Teil unter größten Anstrengungen ihren Beitrag dazu leisten, die Infrastruktur und die zum Funktionieren der Gesellschaft notwendigen Dienstleistungen aufrecht zu erhalten. Das sind auch wir Journalistinnen und Journalisten, die wir in diesen Tagen unseren Beitrag leisten, um die Menschen aktuell und mit recherchierten Inhalten zu versorgen. Die rapide gestiegenen Zugriffe auf die Nachrichtenportale und die zum Teil sehr hohen Einschaltquoten von Informationssendungen im Rundfunk sind der beste Beweis dafür, wie notwendig unsere Arbeit in diesen Tagen ist.

Ich weiß: Das klingt in den Ohren mancher Freelancer wie Hohn. Denn es sind die Freien, denen die Aufträge wegbrechen, die mit großer Sorge in ihr Konto schauen und nicht wissen, wie es weiter geht. Deshalb haben wir als Deutschlands größte Journalistenorganisation bereits in der vergangenen Woche bei der Bundesregierung Hilfen für die freien Journalistinnen und Journalisten angemahnt. Offenbar mit Erfolg, denn heute hat sich das Bundeskabinett auf Unterstützungsleistungen für Solo-Selbstständige verständigt. Die Details müssen wir noch prüfen, aber es scheint der Weg in die richtige Richtung zu sein. Freie in Bayern können auf Hilfen der Landesregierung zählen, und in Berlin sind Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro in der Planung.

Dass Journalisten nicht irgendeine Berufsgruppe sind, sondern systemrelevante Tätigkeiten ausüben, haben wir in diesen Tagen deutlich gemacht. Dabei geht es um ganz praktische Fragen wie etwa die nach der Kinderbetreuung, die nicht nur für Pflege- und Einsatzkräfte geregelt werden muss, sondern auch für Journalistinnen und Journalisten, die berichten müssen und nicht alles aus dem Home Office heraus regeln können. Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Bayern haben Journalisten zu den systemrelevanten Berufen gestellt. Ich hoffe, dass die anderen Bundesländer so schnell wie möglich das gleiche tun.

Ganz ausdrücklich hinweisen möchte ich Sie auf ein Angebot der Bundesregierung, die vom 20. bis 22. März auf Initiative von tech4Germany einen so genannten Hackathon anbietet: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/wir-vs-virus-1731968. Es geht darum, als Gesellschaft die Herausforderungen, die im Zuge der Corona-Krise entstehen, mit neuen Lösungen gemeinsam zu meistern. Bis Freitagmorgen können alle Bürgerinnen und Bürger, also auch alle Journalisten, ihre „Herausforderungen“ und Probleme einreichen, für die sie gerne eine Lösung hätten. Daran wird dann während des Hackathons in Gruppen virtuell zusammengearbeitet.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Kraft in diesen herausfordernden Zeiten. Sie sind nicht allein, Ihr DJV steht Ihnen mit Rat und Hilfe zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen
Frank Überall, DJV-Bundesvorsitzender

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