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News zur Pressefreiheit

17. Juni 2019
„Hochverrat“

Rote Karte für US-Präsidenten

Der Gesamtvorstand des Deutschen Journalisten-Verbands hat am heutigen Montag in Erfurt einstimmig eine Resolution verabschiedet, die dem US-Präsidenten Donald Trump Anmaßung gegenüber der New York Times und allen anderen kritischen Medien vorwirft.

Auslöser ist Trumps Vorwurf des Hochverrats gegen die Zeitung. Wörtlich heißt es in der DJV-Resolution: „Es ist lächerlich, dass der Präsident der USA die New York Times des Hochverrats beschuldigt, nachdem sie über mutmaßliche digitale Eingriffe der USA ins russische Stromnetz bzw. deren Planung berichtet hatte. Journalistinnen und Journalisten sind keine Verräter, sondern Aufklärer, die sich nicht danach richten dürfen, ob ihre Berichterstattung dem US-Präsidenten gefällt oder nicht.“ Die Journalisten der NYT deshalb an den Pranger zu stellen und sie einer schweren kriminellen Straftat zu bezichtigen, sei „eine Anmaßung, die seinem Amt nicht angemessen ist und die die Säulen der demokratischen Grundwerte zu beschädigen versucht“.

 

„Wir erwarten von Präsident Trump, dass er seine Vorwürfe öffentlich zurücknimmt und sein Verhalten gegenüber Journalistinnen und Journalisten aller Medien grundlegend ändert“, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Die Vorwürfe seien schlimm für die Kollegen in den USA. Es sei fatal, dass Trump bei Populisten in Europa Nachahmer finde, die systematisch demokratisch verbriefte Freiheitsrechte, darunter die Pressefreiheit, auszuhöhlen versuchten. Überall: „Das zeigt, dass die Vereinten Nationen endlich einen formellen Beauftragten für Pressefreiheit brauchen, damit solche Ausfälle international adäquat thematisiert werden können."

 

 

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Hendrik Zörner

Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13


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