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News zur Pressefreiheit

25. Februar 2020
Türkei

Wann hört der Irrsinn endlich auf?

Erneut verhandelt in der Türkei ein Gericht gegen eine kritische Journalistin. Heute geht der Prozess gegen Mesale Tolu weiter. Wann hört das endlich auf?

Mehr als ein halbes Jahr saß Mesale Tolu in der Türkei im Gefängnis - zeitweise zusammen mit ihrem Sohn. Ihr warf das türkische Regime das gleiche vor wie Dutzenden weiterer Journalisten: Terrorpropaganda, in ihrem Fall noch erschwert durch den Vorwurf, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. So einfach geht das in dem Land, das sich zeitweise zum größten Journalistengefängnis der Welt ausgewachsen hatte: Mesale Tolu hatte als Berichterstatterin einer Beisetzung beigewohnt, an der auch Mitglieder der Kommunistischen Partei teilgenommen hatten. Das reichte aus für Monate der Haft und schließlich für den Prozess.

 

Mesale Tolu ist längst wieder in Deutschland, konnte das Gefängnis verlassen. Und nicht nur das: Sie arbeitet als Journalistin und lebt in Ulm. Sie will, dass der Irrsinn ein Ende hat, dass Normalität einkehrt. Allzu verständlich. Wer will sich schon unschuldig mit Vorwürfen eines Gerichts konfrontiert sehen, die an den Haaren herbeigezogen sind und nur ein Ziel verfolgen: kritische Journalisten einzuschüchtern? Diese Farce muss ein Ende haben, lieber heute als morgen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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