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Ukraine-Berichterstattung

Einordnung unverzichtbar

04.01.2023

Westliche Medien laufen immer wieder Gefahr, Sprachregelungen oder Begriffe zu übernehmen, die von der russischen Staatspropaganda geprägt werden. Sorgfalt tut Not, auch wenn der Redaktionsstress groß ist.

Kriegsberichterstatter: Den Krieg Krieg nennen. Foto: Uni.de

Olga Rudenko ist eine mutige und streitbare Journalistin. Zusammen mit ihrer Redaktion produziert sie Tag für Tag die englischsprachige Zeitung "The Kyiv Independent". Wo? In Kiew natürlich, mitten im Krieg. Wie ist das möglich? Wie funktioniert unabhängiger Journalismus in der Ukraine? Diese und noch viel mehr Fragen hat die Süddeutsche Zeitung Chefredakteurin Rudenko gestellt. Ein lesenswertes, ein wichtiges Interview.
Wichtig vor allem für uns Journalisten im weit entfernten Deutschland. Seit mehr als zehn Monaten gibt es kein Thema von größerer außenpolitischer Bedeutung hierzulande. Entsprechend groß ist die Verantwortung, die den Redaktionen in ihrer Ukraine-Berichterstattung zukommt. Genau das mahnt Olga Rudenko an. Und liefert Beispiele dafür, wie man es nicht machen sollte: Etwa den Überfall Russlands auf das Nachbarland mit Putins Worten als militärische Spezialoperation zu verniedlichen, wo es doch nichts anderes als Krieg ist. Oder die Scheinabstimmungen in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine als "Referenden" oder gar "Unabhängigkeitsreferenden" quasi zu legalisieren. Da wo das geschehen ist, sind Redaktionen unabsichtlich der russischen Propaganda auf den Leim gegangen.
Wie sich das vermeiden lässt? Mit journalistischer Sorgfalt, selbst im größten Produktionsstress. Sollte für uns Medienprofis eigentlich selbstverständlich sein, oder?
Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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