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BDZV

Treten Sie zurück, Herr Döpfner

23.11.2022

Heute kommen die Delegierten des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. BDZV-Präsident Mathias Döpfner sollte die Gelegenheit zum Rücktritt nutzen.

Mathias Döpfner: Abstruse Ansichten. Foto: Axel Springer

Wie lang das Sündenregister von Mathias Döpfner ist, hat Roland Pimpl im Medientitel "Horizont" aufgelistet: Da war zuerst sein Deal mit Facebook, den er als Springer-Chef einfädelte und der vor allem kleinere Verlage gegen ihn aufbrachte. Die Kritik auch der Großen zog er dann auf sich, als er Journalisten als "Propaganda-Assistenten" verunglimpfte. Seine Ausrede einer privaten Äußerung, die aus dem Zusammenhang gerissen sei, machte es nicht besser. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich sein Festhalten an BILD-Chefredakteur Julian Reichelt, als dessen vermeintliche private Eskapaden bereits die US-Presse beschäftigten.
Döpfners Fehlverhalten in der Reichelt-Affäre ist schlimm. Viel schlimmer ist jedoch, dass ein Mann mit abstrusen Ansichten über die Journalistinnen und Journalisten in diesem Land immer noch an der Spitze eines Verbandes steht, der sich jahrzehntelang glaubhaft und engagiert für die Pressefreiheit eingesetzt hat.
Jeder weitere Döpfner-Tag als BDZV-Präsident ist ein schlechter Tag für den Verlegerverband. Mathias Döpfner sollte heute seine Ankündigung wahr machen, das Präsidentenamt aufzugeben.
Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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