Deutscher Journalisten-Verband Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten

News zur Pressefreiheit

BDZV

Was für ein Präsident

14.09.2022

Auf dem Kongress des Verlegerverbands BDZV hielt dessen Präsident Mathias Döpfner eine flammende Rede für die Pressefreiheit. Zeitgleich wurde er vom Pressefeind Donald Trump herzlich umarmt. Was haben die Verleger nur für einen Präsidenten?

Mathias Döpfner: fünf von sechs Richtigen. Foto: Axel Springer

Die gute Nachricht zuerst: Mathias Döpfner will sich von der Spitze des Verlegerverbands BDZV zurückziehen. Das ist nicht neu, aber seit gestern wieder top aktuell. Denn an dem Tag trafen zwei denkwürdige Begegnungen zusammen: Mathias Döpfner hielt auf dem BDZV-Kongress in Berlin eine Rede - Tenor: Die Pressefreiheit und damit die Zeitungen sind essentiell für die Demokratie. Und Döpfner erhielt herzlichen Dank von Ex-Präsident Donald Trump für dessen Aufforderung zum Gebet: "Danke an den sehr großartigen Mathias Döpfner", schrieb Trump. Und weiter: "Die gute Nachricht ist, WIR HABEN GEWONNEN. Mit Abstand." Döpfners Rede und Trumps Lob passen nicht zusammen? Nein, tun sie nicht, weshalb Springer-Sprecherin Edda Fels umgehend eine Distanzierung vornahm. Der Stern zitiert sie mit folgenden Worten: "Wenn Donald Trump glaubt, in Mathias Döpfner einen Verbündeten zu haben, dann liegt er falsch. Mathias Döpfner ins Trump-Lager zu stellen, ist Quatsch."
Das ist deutlich. Aber ist es auch richtig? Denn Döpfner hatte in seiner Mail kurz vor der US-Präsidentenwahl nicht nur gefragt, ob jetzt mal alle für Donald Trump beten wollten, was ja angeblich ironisch gemeint war. Sondern er hatte auch noch fünf von sechs Themen aufgeführt, bei denen Trump richtig gehandelt habe. Nur beim Klimaschutz habe er versagt. Dass auch das Ironie gewesen sein soll, hat Döpfner bisher nicht ins Feld geführt.
Und trotzdem bekommt er von seinen Verlegerkollegen beim BDZV-Kongress Applaus und nicht Buhrufe. Die wären eigentlich angemessen gewesen. Döpfners Bekenntnis pro Pressefreiheit wirkt wenig überzeugend.
Ein Kommentar von Hendrik Zörner

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