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17. Januar 2019
Datenklau

Kein Einzeltäter?

Steckt hinter dem Datenklau bei Abgeordneten, Journalisten und Prominenten mehr als ein Täter? Die Ermittler zweifeln offenbar an der Einzeltätertheorie.

Daten: Schutz tut Not. Foto: Jürgen Moers

Es klang so einfach: 48 Stunden nur hatten die Ermittlungsbehörden gebraucht, um den vermeintlichen Täter des großen Datenhacks aufzuspüren. Ein 20-Jähriger, der noch im Hotel Mama lebt, Schüler ist und offenbar Zeit ohne Ende zum Hacken hat - so wurde der Tatverdächtige beschrieben. Weil Familienangehörige und Mitarbeiter von Politikern schusselig im Umgang mit Log-in-Daten seien, war es ja eh ein Leichtes, ihre Daten abzugreifen. Ein rundes Bild, das sich darbot, und praktische Lebenshilfe gab's gleich noch obendrauf: Passwörter ändern, Computer schützen; dann kann nichts mehr schief gehen.

 

An der Notwendigkeit sicherer Passwörter kann kein Zweifel bestehen. Wohl aber an der wohlfeilen Einzeltätertheorie. Das zumindest fanden Journalisten des RBB heraus. Wie sie berichten, war der Verdächtige nicht in der Lage, den Ermittlern zu zeigen, wie er die Daten im Netz erbeutet hatte. Und auch andere wichtige Details seines Hacks konnte er wohl nicht vorführen.

 

Es bleibt die Aufgabe der Ermittlungsbehörden, den gigantischen Datendiebstahl umfassend aufzuklären. Auch wenn das mehr als 48 Stunden dauert. Es geht um nicht weniger als um das Vertrauen von Internetnutzern in das Netz.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner


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